Das große smavel Interview: Was sind die Reise-Trends?

Wohin wollen die Deutschen zu Weihnachten, bleibt das Reiseziel Deutschland 2014 weiter im Trend? In welche Richtung entwickeln sich die Preise und welche Rolle spielen zukünftig Mobile Mooking sowie Social Media für die Reisebuchung? Fragen über Fragen – Antworten gibt Gabriela Mendoza von Bravofly im großen smavel Interview.

Welches sind die gefragtesten Reiseziele der Deutschen für die diesjährigen Weihnachtsferien?

Dieses Jahr sind unsere Top-Ziele zu Silvester Rom, Wien, London, Berlin und Dublin mit einem durchschnittlichen Buchungspreis von 85 Euro und einem durchschnittlichen Aufenthalt von 5 Tagen. Für alle, die längeren Urlaub nehmen, sind die Topziele bei den Liebhabern von Bergen und Ski die Skigebiete in Deutschland und Österreich. Für alle, die wärmere Regionen bevorzugen, sind Mallorca, Teneriffa und Málaga die beliebtesten Reiseziele zusammen mit einigen italienischen Kulturmetropolen wie Rom, Neapel und Mailand. Außerdem fliegt ein bedeutender Teil der Reisenden während der Ferien nach Hause, entweder innerhalb Deutschlands oder auch in die Türkei und osteuropäische Länder, um Freunde und Verwandte zu besuchen.

Bleibt das Reiseziel Deutschland für die Deutschen auch in 2014 weiter im Trend? Wohin in Deutschland reisen die Deutschen am liebsten? Vermuten Sie für den Trend zu innerdeutschen Reisen primär Preis- oder auch andere Gründe?

Deutsche Inlandsflüge sind unter den Top-Zielen. Fast 20% unserer Buchungen sind Flüge innerhalb des Landes. Allerdings gibt es sicherlich einen weitaus höheren Anteil an Inlandsreisen, diese finden jedoch häufig mit dem Zug statt und über diese Reisen haben wir keine Informationen.

Thema Ägypten & Co.: Sehen Sie für bestimmte Reiseziele nachhaltige Rückgänge oder vermuten Sie eher kurz- bis mittelfristig weniger Buchungen?

Natürlich haben wir dieses Jahr aufgrund der politischen Lage einen bedeutenden Rückgang der Auslandsflüge nach Ägypten verzeichnet. Die Buchungen verlagerten sich auf andere Mittelstrecken-Ziele wie die Kanarischen Inseln oder die Balearen. Obwohl sich die Lage beruhigt hat, fühlen sich im Moment nicht alle sicher bei der Wahl dieses Urlaubsziels. Das bedeutet aber auch, dass es im Moment einige großartige Angebote für Ägypten gibt. Wenn die politische Situation stabil bleibt, sollten sich die Buchungen für dieses Reiseziel 2014 wieder normalisieren.

Eine generelle Aussicht auf 2014: In welcher Richtung bewegen sich die Preise, was wird billiger oder teurer, gibt es besondere Entwicklungen für bestimmte Destinationen, sticht etwas heraus?

Seit einigen Jahren kann man einen Trend dahingehend beobachten, dass Low Cost Airlines Flugziele anbieten, die früher hauptsächlich von Charterfluglinien und klassischen Reiseanbietern organisiert und gebucht wurden. Das erlaubt den Kunden, ihre Reisen selbst zu organisieren und dabei eine Menge Geld zu sparen. Das ist einer der Gründe, warum wir uns in unseren Hauptmärkten darauf konzentrieren, dynamische Paketierung anzubieten, die es den Usern erlaubt, ihre eigenen Pauschalangebote zusammenzustellen – aus allen verfügbaren Flügen (Low Cost- sowie klassische Airlines) und den Hotels unserer 27 Hotelanbieter. So kann man zum Beispiel ein 5-Sterne Hotel mit einem Billigflug kombinieren.

Zu den Reisebuchungen: Inwieweit hat sich / wird sich das Verhalten der Deutschen bei der Reisebuchung ändern, konkret: Sehen Sie einen Trend zum mobile Booking?

Ja, auf jeden Fall, das ist ein sehr starker Trend und es ist wichtig für Unternehmen, immer auf Höhe mit den Kundenwünschen zu sein. Rund 18% des Traffics unserer deutschen Website kommt von mobilen Endgeräten. Deshalb haben wir deutsche Apps für iPhones und Android-Smartphones und eine responsive Website, die sich den verschiedenen Geräten anpasst und eine bessere Navigation und Konversion bei Smartphone- oder Tablet-Nutzern ermöglicht. Die steigende Nutzung mobiler Endgeräte führt zu mehr Suchanfragen (von verschiedenen Geräten) bevor die Buchung erfolgt. Deshalb ist es wichtig, dass Reiseanbieter einen kohärenten Auftritt auf allen Kanälen haben. Da mobile Geräte unsere ständigen Begleiter sind, erlaubt der Traffic von mobilen Quellen den Aufbau weiterer Service-Touchpoints wie die Integration von Social Media-Lösungen, Concierge-Diensten und andere Cross-Selling-Dienstleistungen in mobile Apps. Für 2014 planen wir viele Verbesserungen für unseren gesamten mobilen Auftritt.

Spielt Social Media eine Rolle für die Reisebuchung?

Social Media ist sehr wichtig in den verschiedenen Phasen der Urlaubsbuchung. Die Leute schauen sich immer mehr Bewertungen an und holen sich Feedback, bevor sie eine Reise buchen – einerseits zur Inspiration, andererseits um sich abzusichern. Momentan sind wir auf Facebook und Twitter vertreten und verfolgen dort zwei Ziele: Das eine Ziel ist, eine Inspirationsquelle für unsere Kunden zu sein, indem wir interessante Angebote und Insights über Destinationen posten. Das andere Ziel ist es, nah an den Kunden zu sein und all ihre Fragen zu beantworten, wenn sie weitere Informationen zu einem Reiseziel oder einem bestimmten Angebot brauchen oder wann immer sie Hilfe zu einer bereits gebuchten Reise benötigen. In Italien, Frankreich und Spanien haben wir die letzten Monate mit Echtzeit-Reiseberatern zusammengearbeitet. Unsere Reiseberater richten konkrete Angebote an Kunden, die uns Anfragen geschickt haben. Nach dem Angebot schließen wir im direkten, privaten Kontakt (sogar über den Facebook-Chat) die Buchung mit dem Kunden ab. Wir hoffen, mit diesem Service bald auch in Deutschland an den Start gehen zu können.

Kommen wir zu Billigfliegern: Gibt es im Bereich der Low Cost Airlines neue Entwicklungen (Strecken, Preise…)? Wie schätzen Sie das Thema Billigflüge auf Langstrecken ein?

Das ist sehr schwer vorauszusagen. Einige Low Cost Airlines haben bereits versucht, das Billigflug-Modell auf Langstreckenflüge anzuwenden, aber nach einer Weile mussten sie diese Routen einstellen, weil sie nicht profitabel waren. Es gibt einige Fluglinien, die in diesem Segment immer noch tätig sind (hauptsächlich in Asien) und einige andere, die versuchen, dieses Geschäftsmodell zum Erfolg zu bringen. Das Problem ist, dass es bei Langstreckenflügen weniger Möglichkeiten gibt, Kosten einzusparen. Zum Beispiel lassen Billigfluglinien ihre Maschinen am Tag länger und öfter fliegen, indem sie die ersten Abflüge auf die frühen Morgenstunden und die letzten Ankünfte spät in der Nacht ansetzen. Eine Billigflug-Airline kann bei gleichem Treibstoffverbrauch mehr Sitze auf mehreren Kurzstreckenflüge verkaufen als auf einem Langstreckenflug.

Zu unserer Gesprächspartnerin: Gabriela Mendoza ist Head of Business Development der Bravofly Rumbo Gruppe.

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