Der irische Billigflieger macht ernst: Ab sofort sollen Tickets nur noch über die eigene Webseite ryanair.com verkauft werden. Flugscheine, die Kunden bei Drittanbietern erworben haben, erklärte die Airline für ungültig, Kosten sollen jedoch erstattet werden. Trotzdem bleiben erst einmal bis zu 1.000 Urlauber täglich auf ungültigen Tickets sitzen.
Mehrere Internetseiten haben Software verwendet, die Flugtarife von der Ryanair-Webseite abgegreift und auf der eigenen Homepage anbietet, ohne dass Käufer auf die Ryanair-Homepage selbst surfen müssen. Bereits vor kurzem haben die Iren der deutschen Plattform Vtours diese Praxis des so genannten „screen scraping“ gerichtlich untersagen lassen.
Ryanair wehrt sich seit jeher gegen jede Art von Fremdvertrieb. Die Airline versucht nun mit aller Macht, Buchungen ausschließlich über die eigene Homepage zu ermöglichen. Mit diversen Zusatzleistungen wie Versicherungen, Mietwagen oder Hotelzimmern lässt sich dabei neben den eigentlichen Flugscheinen zusätzlich Geld verdienen.
Leidtragende sind die Kunden
Die Ankündigung von Ryanair hat in Großbritannien zu Protesten in der Reisebranche geführt, dort wunderte man sich dass der Billigflug-Anbieter seine Ticketkäufer so wenig kundenfreundlich behandelt, schließlich stünden Tausende jetzt ohne Flug da, obwohl sie bereits vor längerer Zeit gebucht hätten.
Ryanair-Chef Michael O’Leary gibt sich wie immer großspurig: „Wir können jederzeit eine Buchung stornieren! Bei den screen scrapers wollen wir soviel Chaos wie möglich anrichten”, wird er in britischen Medien zitiert.
Auch wenn nachvollziehbar ist, dass die screen scrapers O’Leary ein Dorn im Auge sind, darf man sich schon wundern, mit welcher Arroganz der Ryanair-Boss seine Kunden behandelt, denn schließlich werden täglich rund 1.000 von ihnen nun ohne Flug dastehen – was das Image von Ryanair nicht steigern dürfte.
Betroffende Kunden sollen per E-Mail informiert und ihnen die Kosten für die erworbenen Tickets erstattet werden. Sollte die E-Mail-Adresse auf der Buchung aber die eines der screen scrapers sein, dann sei es Aufgabe des jeweiligen Dienstes, den Passagier zu benachrichtigen. Übrigens will nun auch Konkurrent easyjet den screen scrapers den Kampf ansagen.
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