Mehr als 170 Radwegekirchen in Deutschland

Zur Sommer- und Ferienzeit erfreuen sich nicht nur die Autobahnkirchen besonderer Beliebtheit. Immer mehr Kirchengemeinden beantragen das Signet einer „Radwegekirche“ und zeigen damit, dass sie Fahrrad-Reisenden ein besonderes Angebot machen. Eine neue Internetplattform der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bietet jetzt einen Überblick.

Die bislang 175 Radwegekirchen bundesweit sind unter www.radwegekirchen.de aufgelistet.

Vom Bodensee bis nach Flensburg gibt es zahlreiche Radwege für Jung und Alt, für Genussradler oder sportlich Aktive, für Individualisten, Gruppen und die ganze Familie. Im Zeitraum von sieben Jahren hat der Radverkehr bundesweit bezogen auf die Anzahl der Wege um 17 Prozent zugenommen, mehr als 200 überwiegend regionale touristische Radwege durchziehen das Bundesgebiet.

 Tipps für Fahrradreisen in Deutschland

Kirchen sind auf diesen Wegen weithin sichtbarer Orientierungspunkt. Deshalb werden sie von Radreisenden gern gewählt für eine Rast. Immer mehr Kirchengemeinden stellen sich auf diesen Trend ein und halten neben der offenen Kirche spezielle Angebote für Radfahrer bereit. „Viel braucht es nicht“, erzählt Thomas Persitzky, Pfarrer an der evangelischen St. Lorenzkirche im Herzen der Stadt Hof. „Nötig sind eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder, Bänke und Tische für eine Rast, Wasser für durstige Kehlen und eine Toilette in der Nähe.“ Die fränkische Kirchengemeinde bietet darüber hinaus ein Kirchencafé, das als Sozialprojekt mit langzeitarbeitslosen Menschen geführt wird. „Unsere Gemeinde ist seit längerem stark diakonisch ausgerichtet“, erklärt der Pfarrer, „mitten im hektischen Treiben der Stadt sind wir eine richtige Oase. Da lag es nahe, auch die Radtouristen des nahen Saale-Radwanderweges hinauf zu unserer Kirche zu lotsen.“ Diese finden nun neben einem freundlichen Rastplatz die Gelegenheit, in der Stille der Kirche auch ihrer Seele Ruhe und Besinnung zu schenken.

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Der Saale-Radwanderweg ist der Radweg mit den meisten Radwegekirchen: Auf 427 km finden sich insgesamt bereits 58 Kirchen mit dem entsprechenden Signet. Zur Radwegekirche wird eine Kirche dann, wenn sie sich an der Route eines Radwanderweges befindet, die Kirchengemeinde die damit verbundenen Richtlinien erfüllt und das Signet von der zuständigen Landeskirche verliehen bekommt.

Im thüringischen Nordhausen öffnet die Frauenbergkirche ihre Türen für müde Radfahrer. „Wir halten unsere Kirche offen, auch wenn wir nicht zu allen Zeiten eine Aufsicht stellen können“, erklärt Pfarrer Friedemann Büttner. Im vergangenen Jahr war er auf dem Oder-Neiße-Radweg unterwegs. Dort hat er so viele gute Erfahrungen mit verlässlich geöffneten Kirchen gemacht, dass er es in Nordhausen auch probieren wollte. Die Kirchengemeinde setzt dabei auf den Vorbildcharakter seiner Initiative. Noch gibt es im näheren Umkreis keine weitere Radwegekirche. Doch das soll sich ändern. „Wir warten darauf, dass der Lutherweg weiter entwickelt wird, er soll auch für Fahrräder geeignet sein“, erklärt der radbegeisterte Pfarrer. „Dann werden sicher weitere Kirchengemeinden das leuchtend grüne Signet der Radwegekirchen an ihr Kirchenportal montieren.“

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