Masern: Vor Reisen zu Fußball-EM Impfschutz prüfen

Gesundheitsbehörden melden aktuell einen Masern-Ausbruch in der Ukraine. Seit Anfang Januar 2012 sind dort bereits mehr als 7500 Menschen an Masern erkrankt. Das Gesundheitsamt der Stadt Bonn weist daher auch aus aktuellem Anlass aufgrund von Reisen in die Ukraine zur bald beginnenden Fußball-Europameisterschaft auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts hin.

Nach großen internationalen Sportereignissen wie demnächst in der Ukraine sind erneute Masernausbrüche auch in Deutschland zu befürchten. Deshalb ist die Kontrolle der Impfausweise auch für die wichtig, die nicht verreisen. Denn alle bisherigen Ausbrüche in Deutschland haben bewiesen:

Jeder, der nicht geimpft ist oder nachweislich die Masern durchgemacht hat, kann an Masern erkranken. Lediglich Erwachsene, die vor 1970 geboren sind, haben die Masern sehr wahrscheinlich in ihrer Kindheit selbst durchgemacht und sind hierdurch immun, also lebenslang geschützt. Jüngere Erwachsene sollten unbedingt vor der Reise ihren Impfausweis kontrollieren. Sind hier keine zwei Impfungen eingetragen, sollten diese durch den Hausarzt durchgeführt werden. Die Kosten hierfür übernehmen die Krankenkassen.

 Reise-Impfungen – was impfen für welches Land?

Reinhard Burger, Präsident des Robert-Koch-Institutes in Berlin warnt: „Masern sind eine der ansteckendsten Erkrankungen, die wir kennen, und sie sind nicht harmlos.“ Schwere Komplikationen wie Lungenentzündung oder Gehirnentzündung sind möglich. Todesfälle oder bleibende Hirnschäden kommen trotz guter medizinischer Versorgung vor. Dabei werden Masern hierzulande häufig zu den Kinderkrankheiten gezählt und verharmlost. Ansteckend sind Erkrankte schon vor Auftreten des Hautausschlags. Es reicht deshalb nicht aus, den Kontakt zu Erkrankten zu meiden.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die weltweite Ausrottung der Masern zu einem der wichtigsten Ziele erklärt. Doch zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Europa sind noch ohne Schutz.

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes, die STIKO, empfiehlt, dass alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die nur einmal oder noch gar nicht gegen Masern geimpft sind, sobald wie möglich eine Impfung nachholen. Der Masernimpfstoff enthält abgeschwächte Viren. Durch Impfung mit diesen Viren entstehen Antikörper, die nach späterem Kontakt mit den echten Masernviren fast immer eine Erkrankung verhindern.

Im Unterschied zu Masern sind die Nebenwirkungen der Impfung aber sehr viel seltener und leichter. Manchmal tritt ein leichter masernähnlicher Ausschlag auf, der nicht ansteckend ist. Die Einstichstelle kann schmerzen und sich röten. Fieber, Kopf- und Magen-Darm-Beschwerden sind möglich, allergische Reaktionen selten.

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