Shopping in Amsterdam

Ein Urlaubstag, zwei Mädels, eine Stadt: Endlich war es soweit und unser Shopping-Trip nach Amsterdam konnte starten. Jetzt hatten wir jedoch die Qual der Wahl, denn die Einkaufs-Möglichkeiten der ganzen Stadt zu nutzen würde an einem Tag nicht möglich sein. Svenja und ich beschlossen, aus der Shopping-Vielfalt Amsterdams eine gute Mischung zu machen: Wir wollten sowohl über Märkte schlendern und durch Kaufhäuser bummeln als auch die Amsterdamer Shoppingstraßen erkunden.

Amsterdams Märkte – Waterlooplein, Boemen- und Boerenmarkt

Nachdem wir einige Reiseführer studiert hatten stand fest, dass wir unbedingt drei der typischen Amsterdamer Märkte unter die Lupe nehmen wollten.

Unsere erste Station war der Trödelmarkt am Waterlooplein. Überraschend viele Einheimische tummelten sich dort inmitten der Touristen und schlenderten die engen Gassen zwischen den Ständen entlang. Indonesische Holzschnitzereien, Rembrandt-Kunstdrucke und Batik-Klamotten – auf diesem leicht chaotischen Trödelmarkt mischten sich viele Einflüsse aus der niederländischen Vergangenheit. Gegenstände aus den ehemaligen Kolonien und der Hippie-Ära waren auf diesem Flohmarkt besonders gefragt und die Auswahl entsprechend groß. Das Flair war genau wie die Besucher: multikulturell gemischt. Dort, wo der Trödelmark an eine Gracht angrenzt, erinnerte er uns sogar an die Stände der Bouquinisten entlang der Seine in Paris.

Nachdem wir uns mit Secondhand-Klamotten eingedeckt hatten, ging es zum nächsten Ziel, dem „Bloemenmarkt“ an der Singel-Gracht. Warum er „Schwimmender Blumenmarkt“ heißt, wurde uns erst auf den zweiten Blick klar: Die Pflanzen stehen auf Booten im Wasser, die allerdings fest mit dem Ufer verankert und nicht direkt als Schiffe zu erkennen waren. Ob schwimmend oder nicht – die Auswahl an Blumen war auf jeden Fall riesig. Jetzt im Herbst wurden auch etliche Blumenzwiebeln angeboten – ganz dem Klischee entsprechend waren es hauptsächlich Tulpenzwiebeln. Zwischen den Blumen in allen Farben und Formen war aber auch so manche Überraschung versteckt: Mehr als einmal waren die bunten Blütenkelche nur detailgetreue Plastik- oder Holz-Imitate. Diese Kunstblumen haben wir als Schmuck an so manchem Fahrradlenker in Amsterdam wieder entdeckt.

Um auch wirklich alle Klischees zu erfüllen, kam nach den Tulpen der holländische Käse an die Reihe: Unser nächstes Einkaufs-Ziel war der Boerenmarkt an der Noorderkerk, der nur an Samstagen stattfindet. Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukte bietet der Mark in großer Zahl, und alles ist ökologischen Ursprungs. Beliebt scheint der Markt auf jeden Fall zu sein, denn in den engen Gassen gab es manchmal kaum noch ein Durchkommen. Aber schließlich sind wir im Urlaub und haben Zeit, den einen oder anderen Smalltalk mit den Bauern zu halten, die zum Glück ganz gut Englisch sprechen.

Shoppingcenter: Magna Plaza und Bijenkorf

Märkte gibt es in Amsterdam noch einige mehr. Da uns nicht so viel Zeit blieb, wollten wir aber nun noch eine andere Shopping-Variante testen und beschlossen, einen Bummel durch die größten Kaufhäuser der Stadt zu machen.

Das erste Ziel war das Magna Plaza, das Luxuskaufhaus der Stadt. Am Nieuwezijds Voorburgwal angekommen mussten wir uns erstmal vergewissern, ob das Gebäude vor uns tatsächlich die Hausnummer 182 trägt, denn ein Kaufhaus hätten wir uns anders vorgestellt. Das neogotische Gebäude mit den zwei hohen Türmen war ursprünglich auch kein Einkaufs-Tempel, sondern die Hauptpost von Amsterdam. Im Inneren angekommen standen wir in einer hohen Halle und schauten hinauf zu den Säulengängen der einzelnen Stockwerke. Ein Blick auf die angebotenen Marken wie „D&G“, „Lacoste“ oder „Cashmere de Luxe“ machte uns allerdings schnell klar, dass unser Motto hier „nur gucken, nicht kaufen“ lauten würde.
 
Genug geguckt, nun wollten wir aber wirklich shoppen gehen. Also auf zum Bijenkorf am Dam 1. Auf dem Weg zum ältesten und größten Kaufhaus der Stadt legten wir aber noch schnell einen Zwischenstopp auf der Kirmes ein, die vor der Palastfassade des Koninklijk Paleis aufgebaut war. Die Aussicht aus dem Sitz des Kettenkarussells über die Nieuwe Kerk und die Häuser am Dam-Platz war schön und schwindelerregend. Jetzt ging es weiter zum Shopping-Tempel und hinein in das riesige Warenangebot des „Bienenkorbs“. Besucher schwirrten scheinbar von allen Seiten in das Gebäude hinein, das fast so vornehm wirkte, wie sein luxuriöser Bruder, das Magna Plaza. Direkt im Erdgeschoss umwehte uns der Duft von Schokolade und Parfüm. Kein Wunder, die kunstvollen Tortengebilde und holländischen Süßigkeiten standen schließlich unweit der riesigen Parfümerie. Ein Stockwerk höher konnten wir uns in der Weihnachtskarten-Abteilung schon Mitte Oktober für das Fest im Dezember rüsten und nebenan ausgefallene Haushaltswaren bestaunen. Mit einem Rührbesen in Form eines Tintenfischs und einem Salzstreuer auf Rollen verließen wir schließlich das Shoppingcenter.

Einkaufsstraßen – Rund um den Dam

Nachdem wir die Märkte und Shopping-Center der Stadt kennen gelernt hatten, fehlte auf unserem Städtetrip natürlich noch eins: die Einkaufsstraßen Amsterdams. Wir brauchten auch nicht weit zu laufen, denn die bekanntesten Shoppingmeilen befinden sich nur wenige Minuten zu Fuß vom Bijenkorf entfernt. Die Läden dort hätten sich größtenteils auch in jeder anderen Großstadt befinden können. Ein paar typische Amsterdamer Ausnahmen gab es aber doch: Schuhläden, die ausgefallene „Klompen“ mit Kuhfell-Muster anboten, Plattenläden im 1970er-Jahre-Look und chinesische Shopping-Stores, die alle zur verrückten Vielfalt der Stadt passten. Coffeeshops oder Souvenir-Läden mit Hanf-Produkten muss kein Tourist in Amsterdam lange suchen.
Nach diesen langen Shopping-Trips haben wir uns aber lieber ein Café gesucht, in dem man tatsächlich Kaffee bekommt und den Passanten draußen entspannt beim Einkaufen zusehen kann.

Kategorie: Städte