Madame Tussauds kommt nach Berlin

Einmal Jennifer Lopez küssen oder George Clooney in die Augen schauen – in Berlin gehen diese Wünsche nun täglich in Erfüllung. Die Objekte der Begierde sind zwar nur aus Wachs, dafür aber täuschend echt und lebensgroß. Seit Anfang Juli 2008 lassen sich die berühmten Figuren von Madame Tussauds auch bei einer Reise in die deutsche Hauptstadt bestaunen. Im Museum am Boulevard „Unter den Linden“ eröffnete dort nach London, New York, Las Vegas, Washington D.C., Amsterdam, Hong Kong und Shanghai das weltweit achte Wachsfigurenkabinett. Dass sich die berühmte Ausstellung ausgerechnet in der Bundesrepublik niederließ ist dabei kein Zufall, denn die meisten ausländischen Besucher des Londoner Mutterhauses kamen ohnehin aus Deutschland.

Nicht nur gucken, auch anfassen

Besonders Teenagerherzen schlagen höher, wenn sie ihrem Idol Auge in Auge gegenüberstehen. Die Stars sind nicht nur zum Greifen nah- anfassen ist sogar erlaubt. Besonders reizvoll ist dabei, dass die Kleidungsstücke der Figuren tatsächlich einst von ihren lebendigen Ebenbildern getragen wurden. So musste mancher Promi schon mehrmals seine Kleidung wechseln, die von zahlreichen Umarmungen der Fans verschlissen war. In London ist der Wachs-Brad Pitt mit Silikon-Hintern ein Star, und in Berlin sind sicher nicht nur Justin Timberlake und George Clooney sehr gefragt.

Wachsfiguren in Action: Interaktion mit den Besuchern

Selbst aus geringem Abstand ist erstaunlich, wie echt die Wachsfiguren erscheinen. Man könnte meinen, der Prominente würde jeden Moment aus seiner Starre erwachen und lebendig durch den Raum spazieren. So falsch liegt man mit diesem Eindruck nicht, denn einige Figuren sind interaktiv und agieren mit den menschlichen Besuchern. Beim Interview mit Thomas Gottschalk, einem Tennismatch gegen Boris Becker oder dem IQ-Test mit Albert Einstein und vielem mehr ist Action dabei garantiert.

Making of der Exponate  

Die Besucher erfahren an interaktiven Touchscreens auch Interessantes aus dem Leben der Ausstellungs-Gründerin. Schon Ende des 18. Jahrhunderts modellierte die echte Madame Tussaud erste Wachsfiguren und formte während der Französischen Revolution sogar Abdrücke der Köpfe Hingerichteter.

Heute werden zuerst 2000 Fotos geschossen und dutzende Male Maß genommen, bis eine neue Figur entstehen kann. Das nach diesen Daten gefertigte Tonmodell wird anschließend über einem Metallskelett geformt und die Gießformen später mit heißem Wachs ausgegossen.

Deutsche Promis aus Wachs in Berlin

Natürlich wurde die Prominenz aus Wachs an ihren neuen Standort angepasst: Neben internationalen Prominenten ist auch ein Themenbereich zum Standort Deutschland vorhanden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Sänger Herbert Grönemeyer sind dort genauso anwesend, wie der scheinbar frisch einer Zeitmaschine entstiegene Reichskanzler Otto von Bismarck.
Ganz billig kommt die Attraktion allerdings nicht daher: Erwachsene zahlen 18,50 Euro, für Kinder beträgt der Eintritt 13,50 Euro. Verglichen mit dem Herstellungspreis der Exponate ist dies jedoch ein Schnäppchen, denn jede einzelne der Wachsfiguren ist 200.000 Euro wert.

Mehr Infos: Madame Tussauds Berlin

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