Euroschwäche macht Fernziele teurer

Urlaub wird kostspieliger. Die laufenden Ausgaben am Ferienort, etwa für Essen, Eintrittsgelder oder das Betanken des Mietwagens, werden für die deutschen Urlauber 2010 fast überall höher sein als im vergangenen Jahr. Gerade Fernreisen sind derzeit von der aktuellen Schwäche des Euro betroffen.

„Tiefer in die Tasche greifen müssen wir vor allem bei Fernzielen, denn die aktuelle Euroschwäche mindert unsere Kaufkraft in den USA, Asien & Co.“, erklärt Rainer Guntermann, Volkswirt der Commerzbank. Aber auch in den beliebtesten europäischen Ferienländern bekommen die Bundesbürger im Schnitt weniger für ihr Geld als daheim.

Positive Aspekte

Bei den Urlaubskosten 2010 gibt es Licht und Schatten. Wer Hotel, Flug oder Mietwagen schon vor Monaten gebucht hat, profitierte wegen der Buchungszurückhaltung der Kunden damals noch von günstigeren Währungsverhältnissen und Lockangeboten der Veranstalter. Die direkt am Urlaubsort anfallenden täglichen Ausgaben hingegen – also Restaurant, Museum, Eis am Stiel, Strandliege usw. – sind dann aber alle gleich, egal ob lange vorausgebucht oder „Last Minute“ geflogen. Der Grund: Seit Ende 2009 hat der Euro gegenüber der Leitwährung US-Dollar rund 10 Prozent an Wert verloren.

Fünf Prozent weniger Kaufkraft

Die Folge: „Die Kaufkraft des Euro, mit dem auch deutsche Urlauber bezahlen, hat in den USA seit Sommer 2009 um etwa fünf Prozent abgenommen, in Australien und Südafrika ist die Kaufkraft sogar um 20 Prozent gefallen“, so Tourismusexperte Guntermann von der Commerzbank. Kein Wunder: Im Austragungsland der Fußballweltmeisterschaft vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 steigen im Vorfeld der Großveranstaltung die Preise kräftig an. Dennoch haben deutsche Besucher am Kap der Guten Hoffnung immer noch einen spürbaren Preisvorteil: Für einen Euro bekommt man im Schnitt Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von 1,20 Euro. Deutlich weniger erhalten deutsche Urlauber hingegen in den beliebtesten europäischen Ferienländern Spanien, Italien, Frankreich und Österreich – hier gibt es für einen Euro durchweg nur eine Gegenleistung von etwa 90 Eurocent.

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