Während Eltern ihren Nachwuchs mit Fahrradhelmen und Autositzen vor Unfällen schützen, gehen sie an Bord von Flugzeugen unwissentlich ein hohes Risiko ein. Der seit Juli 2008 vorgeschriebene „Schlaufengurt“, den Kleinkinder unter zwei Jahren auf dem Schoß ihrer Eltern benutzen müssen, kann für Babys lebensgefährlich sein.
Die aktuelle Ausgabe von „Reisen mit Kindern“ von GEO Saison Extra und BRIGITTE weist auf diesen Mißstand hin.
Bereits 1994 hatte der TÜV Rheinland den „Schlaufengurt“ getestet und für untauglich befunden. Eine groß angelegte Studie des Bundesverkehrsministeriums bestätigte das Ergebnis. Rückhaltesysteme dieser Art wurden in Flugzeugen verboten. Das Kind werde vom Erwachsenen erdrückt, der Gurt schneide sich tief in den Unterleib ein und verletze innere Organe, so Crashtest-Experte Martin Sperber vom TÜV Rheinland: „Bei einem Unfall oder einer Notlandung ist vom Tod des Kleinkindes auszugehen.“ Die Vereinheitlichung der EU-Vorschriften und der Druck der Luftfahrtlobby, so die Autoren von „Reisen mit Kindern“, führten im vergangenen Sommer dazu, dass der gefährliche Gurt trotzdem auf den Flugzeugen wieder eingesetzt werden muss.
Kinder-Autositz sicherer
Die sicherste Lösung seien Kinderautositze auf einem eigenen Sitzplatz im Flugzeug, so die Zeitschrift. Theoretisch ist es heute schon möglich, einen Autositz an Bord zu benutzen, in der Praxis ist dies höchst kompliziert. Nur wenige Autositze tragen den TÜV-Aufkleber „for use in aircraft“ (Maxi-Cosi Mico, Römer Baby-Safe, Storchenmühle Maximum, Luftikid, Römer King Quickfix). Eltern müssen deren Nutzung spätestens zwei Tage vor Abflug anmelden, weil die Sitze nur auf wenige Plätze an Bord passen. Jedes Flugzeug hat eine andere Bestuhlung. Wenn die Airline kurzfristig eine andere Maschine einsetzt, war die ganze Mühe umsonst.
Alternativen von Airlines nicht gewollt?
Eine Fürther Firma produziert seit sechs Jahren den aufblasbaren knapp ein Kilo leichten „Luftikid“, der für fast jeden Flugzeugsitz und für alle Autos zugelassen ist. Das Modell, das usprünglich von den Airlines mit entwickelt wurde, findet aber kaum Abnehmer, die Fluggesellschaften zeigen sich inzwischen desinteressiert, berichtet das Magazin.
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(Quelle der PM: Reisen mit Kindern)
