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Traditions-Airline auf den Spuren der Billigflieger

Toilettengebühr, Stehplätze im Flugzeug, Dicken-Steuer – in letzter Zeit überraschten Anbieter von Billigflügen unangenehm mit kuriosen Sparkonzepten. Doch auch renommierte Airlines scheinen jetzt auf den Trend aufspringen zu wollen. So plant beispielsweise die spanische Fluggesellschaft Iberia nun Sondergebühren für Gepäck.

Die von Iberia geplanten Gebühren belaufen sich derzeit auf 15 Euro (Internet) bzw. 25 Euro (Schalter) für das erste aufgegebene Gepäckstück. Für weitere Koffer entfallen zusätzlich 70 bis 100 Euro, so berichtete die spanischen Tagezeitung „El Mundo“.

Einsparen, wo es geht

Die Lufthansa wurde bisher von der Wirtschaftskrise weniger getroffen als andere Unternehmen, spürt nun aber auch starken Gegenwind, gespart werden muss also auch. Möglich ist ein Baukasten-Flugticket, bei dem der Reisende im Vorfeld wählen darf, ob er beispielsweise auf Essen und Getränke verzichtet. So könnte sich der Preis verbilligen. Außerdem könnten einige Lufthansa-Strecken künftig ausschließlich von der Lufthansa-Billig-Tochter Germanwings beflogen werden.

Air Berlin greift bisher lediglich auf Frühbucherrabatte und Aktionsangebote zurück. Bis 20kg Gepäck entfallen keine zusätzlichen Gebühren an. An Bord werden kostenlos Snacks und Getränke serviert. Wer jedoch eine volle Mahlzeit wünscht, zahlt extra.

British Airways hat bereits Mittag- und Abendessen auf Kurzflügen abgeschafft. Weitere Einsparungen beim Catering sind geplant, ebenso zusätzliche Gepäckgebühren in der Economy Class.

Air France/KLM ist Europas größte Airline und hat bis dato keinerlei Sparmodelle veröffentlicht. Trotzdem werden immer mehr Strecken gestrichen. Es scheint, als plane man noch mehr ausgewählte Strecken ausschließlich von Allianzpartnern im Skyteam-Verbund (u. a. Delta Airlines, Korean Air) nutzen zu lassen.

Easyjet und Ryanair: Gewinner der Luftfahrtkrise

König der Einsparungen ist jedoch nach wie vor Ryanair. Kostenpflichtiges Essen, enge Sitze, Gebühren für Check-In, Gepäck, Kreditkarten- und Toilettennutzung sowie undurchsichtige Preisstrukturen sprechen eine eindeutige Sprache. Nichtsdestotrotz fliegt man mit dem irischen Billigflieger am günstigsten und die Passagierzahlen steigen weiter.

Billigflieger & Co. - Airlines im Test

Easyjet fährt sehr erfolgreich mit dem gleichen Konzept: kein gratis Catering, ab dem zweiten Gepäckstück fallen Gebühren an, viele Extras auf dem Netto-Ticketpreis. Branchenexperten sind sich einig: Easyjet und Ryanair sind die Gewinner der derzeitigen Luftfahrtkrise.

Iberia muss sich derweil in Madrid und Barcelona der herben Kritik der Verbraucherschutzverbände stellen. Diese prangern an, dass statt den Kundenservice zu verbessern, auf die Geschäftspolitik der Billig-Airlines zurückgegriffen wird. Iberia rechtfertige ihr Vorgehen damit, dass die EU derartige Praktiken ganz explizit erlaube. Nur so könne man der Konkurrenz etwas entgegensetzen, Gewinne verbuchen und Kosten einsparen.

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