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Städte

Geschichte interaktiv: Das DDR-Museum in Berlin

Wie fühlt es sich an, einen echten Trabi zu starten, und wie bequem war ein Sofa im sozialistischen Plattenbau-Wohnzimmer? Nach einem Besuch im Berliner DDR-Museum wird man es wissen, denn eines der Ost-Autos in der Ausstellung lädt zur virtuellen Rundfahrt durch eine Plattenbau-Siedlung ein. Nur ein paar Meter weiter kann in den Schränken einer authentischen Plattenbauwohnung gestöbert werden - und was dabei zutage kommt ist teilweise erstaunlich.

Der Trabi und das Wohnzimmer im DDR-Schick sind dabei längst nicht alles: Selbst ausprobieren und nicht bloß Texte studieren ist das Motto des Museums, das Geschichte für jedermann greifbar macht. An zahlreichen Ecken der Ausstellung kann man daher selbst aktiv werden und etwas hören, ertasten oder aus der Schublade ziehen.

DDR-Feeling auf 400 Quadratmetern 

Einfach eine Schublade aufziehen und eintauchen in ein Stück DDR-Vergangenheit: Zutage kommt beispielsweise ein kompletter Ranzen samt Schulheften und Zeugnissen aus der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik. Vitrinen gibt es in der interaktiven Ausstellung nicht, der Besucher muss selbst aktiv werden und Klappen aufziehen, Schränke öffnen oder Hebel drehen. Etwa 100.000 Ausstellungs-Objekte umfasst das Museum, die meisten davon stammen aus privaten Haushalten. In 16 ganz unterschiedlichen Themenbereichen wie zum Beispiel Konsum, Wohnen, Staatssicherheit, Medien oder Urlaub wird der Alltag in der damaligen Diktatur greifbar.


Anfassen ausdrücklich erwünscht

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„Greifbar“ ist in diesem Museum oft wörtlich zu nehmen: So lässt sich etwa der Unterschied zwischen West-Kaffee und dem gestreckten DDR-Mix, der spöttisch „Erichs Krönung“ genannt wurde, ertasten. Wie schick man in der damaligen Mode ausgesehen hätte, lässt sich an den gut gefüllten Kleiderschränken feststellen: So mancher Besucher bindet sich eine der bunt gemusterten Schürzen um und muss bei der eigenen Betrachtung lachen.
Ein weiterer Bereich des kulturellen Lebens wird auf dem Museumsboden sichtbar: Durch aufgedruckte Fußspuren lernt der Besucher schnell den Lipsi-Tanz, der Ende der 1950er Jahre zum Rock’n’roll der DDR werden sollte, aber so schnell verschwand, wie er kam.
Vom Stöbern und Tanzen erschöpft kann es sich der Besucher in den Sitzen des kleinen Kinos gemütlich machen oder Ausschnitten aus dem Ost-Fernsehen zuschauen: Beim „Sandmännchen“ sollte man aber besser nicht einschlafen, da man sonst einiges verpasst.

Ein Museum für alle

Das DDR-Museum richtet sich an jung und alt und ist für jedermann auch ohne Vorwissen verständlich. Selbst Grundschulkinder können schon mitmachen. Besonders viele jüngere, die den Alltag in der DDR nie persönlich kennen gelernt haben, bekommen hier die Chance dazu.
Auch die kritischen Merkmale der Diktatur werden im Museum beleuchtet: Der Besucher bekommt an Abhörgeräten Einblick in die Arbeit der Stasi und sieht, wie der kommunistische Staat Erziehung, Bildung und Medien steuerte.

Adresse:
DDR Museum
Karl-Liebknecht-Str. 1
10178 Berlin
direkt an der Spree gegenüber dem Berliner Dom

Öffnungszeiten:
Montag - Sonntag:  10 bis 20 Uhr
Samstag:                 10 bis 22 Uhr 
kein Ruhetag

Eintritt:
Normaler Eintritt:    5,50 € 
Ermäßigter Eintritt: 3,50 €
Gruppen/Person:     3,50 €

Führungen in verschiedenen Sprachen können ebenfalls gebucht werden.



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