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Liquids weltweit: Länderbestimmungen im Vergleich

Der Konsum von Liquids erfreut sich auch im Urlaub wachsender Beliebtheit, der Tabakkonsum in Deutschland ist generell zurückgegangen. Zahlreiche Raucher, die dem Tabak abschwören, wenden sich der E-Zigarette zu. Sie betrachten diese als gesündere Alternative, die ihnen Genuss ohne Nachteile des Tabakrauchs verspricht. Aber welche Regeln gelten in unterschiedlichen Ländern?

Der Beitrag liefert Informationen über die Regelungen in den USA, Deutschland, Ungarn, Russland und Thailand. So wissen Reisende in diese Länder vorab Bescheid.

Bestimmungen in den USA

Die USA wollen bestimmte Geschmacksrichtungen von Liquids für E-Zigaretten verbieten. Zunächst wollte die US-Regierung alle E-Zigaretten mit Aromastoffen aus dem Verkehr ziehen. Doch dieser Plan wurde gekippt und stattdessen sind bestimmte Aromen verboten worden, die Jugendliche bevorzugen. Im Fokus stehen dabei bestimmte Fruchtnoten sowie Minze.

In den USA ist die Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration (FDA) zuständig für Verbote und Gebote rund um Nahrungs-, Genuss- und Rauschmittel. Die unerlaubten Aromen beziehen sich auf E-Zigaretten, die bereits mit gefüllter Patrone angeboten werden. Ausnahmen gibt es für die Modelle, die Tanks für die Selbstbefüllung aufweisen. Die Begründung der FDA lautet, dass sie den Konsum unter Jugendlichen einschränken möchte, ohne Erwachsene Kunden zu gängeln. Das amerikanische Gesundheitsministerium konstatiert, dass aus ihrer Sicht vor allem junge Menschen von dem Konsum abgehalten werden müssen. Donald Trump hob das Mindestalter für den Erwerb von E-Zigaretten von 18 auf 21 Jahre an.

Ein Blick auf die EU-Bestimmungen

Die EU-Bestimmungen geben vor, welche Mindestvorgaben eingehalten werden müssen und ermöglichen den einzelnen Mitgliedstaaten spezifische Länderregelungen zu beschließen. War bis 2017 prinzipiell alles erlaubt, was Aromen und Zusatzstoffe wie Chili, Koffein und andere Aromen angeht, dürfen einzelne EU-Mitgliedstaaten Verbote nun individuell formulieren. Bestimmte Angaben zu Inhaltsstoffen und Warnhinweisen wurden inzwischen von der Verpackung auf den Beipackzettel verbannt, außen auf der Verpackung sind jetzt lediglich Nikotinhinweise zu finden.

Eine Besonderheit im Vergleich zu den USA und weltweit wohl einzigartig ist die Regelung, dass, wenn drei EU-Mitgliedstaaten ein bestimmtes Produkt verbieten, eine Kommission ein EU-weites Verbot aussprechen kann. Das gilt immer unter der Prämisse der Verhältnismäßigkeit.  Wer weltweit Reisen macht oder in Urlaub fährt, sollte sich also am besten immer aktuell informieren.

Das Werbeverbot greift EU-weit und ist in vielen Ländern der Welt bereits bei Nikotin und Zigaretten bekannt. Nun wird es auch auf Liquids und E-Zigaretten ausgeweitet. Wer beispielsweise innerhalb der EU verreist, sollte sich vor Reiseantritt nach Frankreich, Polen oder Italien mit den jeweiligen Bestimmungen auseinandersetzen und diese im Unterschied zu Deutschland betrachten. Falls es das Lieblings-Liquid im Ausland nicht gibt, ist es ratsam sich mit den alternativen Angeboten im Urlaubsland und den Möglichkeiten zum Erwerb vor Ort zu beschäftigen.

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Je nach Reiseziel können E-Zigaretten und Liquids im Gepäck zu Problemen führen

Bestimmungen zu E-Liquids in Deutschland

Seit dem 20. Mai 2020 sind in Deutschland bestimmte Tabakwaren mit Menthol nicht mehr erhältlich. In Deutschland greift das Mentholverbot für E-Liquids allerdings nicht, so dass Raucher konventioneller Tabakwaren in der E-Zigarette eine Alternative finden. Liquids mit Minze-Aroma sind in Deutschland nicht verboten, allerdings legt die neue Tabakrichtlinie auch für E-Zigaretten bestimmte Richtlinien fest.

• In Caps und Bottles dürfen pro Milliliter maximal 20 Milligramm Nikotin enthalten sein.
• Maximal 10 Milliliter Fassungsvermögen sind bei nikotinhaltigen Liquids vorgeschrieben.
• E-Zigaretten müssen mit einer Kindersicherung versehen sein.
• Ein Mindest-Reinheitsgrad muss bei den Liquids gewährleistet sein.
• Die Liquids müssen bestimmte Qualitätskontrollen durchlaufen.

Nach deutschem Recht dürfen E-Zigaretten nur von Personen ab 18 Jahren gekauft werden. Händler, die dagegen verstoßen, müssen mit einer Strafe von bis zu 1.000 Euro rechnen. Genauso wie bei normalen Tabakerzeugnissen besteht bei E-Zigaretten und deren Nachfüllpatronen die Pflicht, die Inhaltsstoffe behördlich registrieren zu lassen. Auch grenzüberschreitender Fernabsatz darf nur unter Einhaltung von Registrierungsbestimmungen durchgeführt werden.

Die Außenverpackungen von E-Zigaretten und den Liquid-Behältern müssen mit bestimmten Informationen versehen sein, die auf der Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit einsehbar sind.

Im Vergleich zu Deutschland: Bestimmungen in Ungarn

Wer nach Ungarn reist, muss sich darauf einstellen, dass nur eine Menge von maximal 150 ml nikotinhaltigem Liquid eingeführt werden darf. Das Dampfen von E-Zigaretten ist generell gestattet. Nur der Verkauf der nikotinhaltigen Flüssigkeit ist in Ungarn gesetzlich verboten. Übrigens sind die Regelungen in Ungarn mit denen in Israel vergleichbar. Auch dort ist dampfen erlaubt, der Verkauf nikotinhaltiger Liquids jedoch verboten.

Bestimmungen in Russland

Das Ministerium für Industrie und Handel unterstützt den Konsum mittels E-Zigaretten. Das Ministerium sieht diese als gesündere Alternative zur Tabak-Zigarette an. Die E-Zigarette soll konventionelle Raucher dazu bringen, den schädlichen Tabakkonsum aufzugeben und stattdessen E-Liquids zu konsumieren. In Russland ist der Verkauf von E-Zigaretten und nikotinhaltigen Liquids gestattet. Es ist zudem legal, an öffentlichen Orten zu rauchen, sei es in Bars oder Restaurants. E-Liquids mit und ohne Nikotin unterliegen im Gegensatz zu konventionellen Tabakprodukten nicht den gesetzlichen Beschränkungen.

Bestimmungen in Thailand

Auf der anderen Seite der Welt, in Thailand, gelten krasse Bestimmungen. Wer nach Thailand reisen will, darf keine E-Zigaretten und Liquids einführen. Auch die Herstellung der Produkte wird in Thailand streng bestraft. Wer hier in der Öffentlichkeit E-Liquids konsumiert oder eine E-Zigarette mit sich führt, kann inhaftiert werden. Es drohen mehrere Jahre Freiheitsstrafe. So wurde etwa ein Schweizer Urlauber 2017 in Gewahrsam genommen und entging nur gegen die Zahlung eines hohen Bußgeldes einer mehrjährigen Haftstrafe. Einige Thailand-Urlauber berichten davon, dass es in größeren Städten kein Problem ist, Liquids zu kaufen oder an E-Zigaretten zu kommen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass es sich in Thailand dennoch um eine Straftat handelt.

Fazit: Erst informieren, dann verreisen

Für Nutzer einer E-Zigarette ist es dringend anzuraten, sich vor Reiseantritt über die Bestimmungen im Reiseland zu informieren. Wer unbedarft E-Zigaretten nebst Zubehör in den Koffer packt, kann unter Umständen hart bestraft werden. Eine hohe Geldstrafe lässt sich mitunter noch verschmerzen, doch wenn im Urlaubsland Haftstrafen drohen, ist damit nicht mehr zu spaßen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht und kann nicht nur den Urlaub verderben, sondern weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn alle in dem jeweiligen Land geltenden Regeln beachtet werden, steht einem entspannten Urlaub mit oder ohne E-Zigarette nichts mehr im Wege.


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