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Stolpersteine beim Zoll: Worauf bei der Einfuhr zu achten ist


© Pixabay/lindsayfox

Ein kleines Urlaubsmitbringsel hier, ein paar Souvenirs für die Lieben da – oft ist der Koffer bei der Rückkehr aus dem Urlaub voller als beim Hinflug. Doch gerade bei Reisen außerhalb der Europäischen Union müssen Urlauber aufpassen, welche Güter sie in welchen Mengen nach Deutschland bringen.

Denn: Nicht alles ist erlaubt und nicht jede Menge darf einfach mitgebracht werden. Der folgende Artikel zeigt die häufigsten Probleme mit dem Flughafenzoll auf und hilft dabei, diese zu vermeiden.

Stolperstein 1: Nikotinhaltige Liquids für die eigene E-Zigarette

E-Zigaretten haben in den letzten Jahren die klassischen Zigaretten zunehmend abgelöst. Deshalb führen auch immer mehr Reisende E-Zigaretten statt normaler Zigaretten nach Deutschland ein. Während es für die Einfuhr von Zigaretten, Zigarren und Co. nach Deutschland klare Freimengen und Regelungen gibt, ist das bei E-Zigaretten nicht so eindeutig geregelt. Grundsätzlich gilt, dass die Einfuhr von Liquids und E-Zigaretten nach Deutschland kein Problem darstellt. Lediglich bei der Einfuhr nikotinhaltiger Liquids kann es zu Problemen kommen. Der Zoll kann sich möglicherweise auf das MPG (Medizinproduktegesetz) berufen. Nach diesem gelten nikotinhaltige Produkte als Medizin, so dass sie nicht eingeführt werden dürfen. Im schlimmsten Fall können die Beamten das entsprechende Liquid konfiszieren. Ebenso dürfen die Beamten Produkte einbehalten, die gefährlich aussehen. Darunter fallen beispielsweise E-Zigaretten, die aussehen wie Waffen.

Auch Liquids, deren Verpackungen mit Totenköpfen bedruckt sind, stellen ein Problem dar. Stattdessen ist es sinnvoll, auf hochwertige E-Liquids Caps zurückzugreifen, die aus einem seriösen Shop stammen.

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Wer aus Drittländern in die EU reist, sollte besser keine tierischen Lebensmittel bei sich führen

Stolperstein 2: Tierische Lebensmittel aus dem Urlaub mitbringen

Viele Urlauber möchten kulinarische Besonderheiten aus dem Reiseland mit nach Deutschland bringen. Das ist verständlich, schmecken die exotischen Leckereien doch nach traditioneller Herstellung vor Ort besonders gut. Bei der Einfuhr von tierischen Lebensmitteln aus Drittländern ist jedoch Vorsicht geboten. Leckerer Schafskäse aus der Türkei beispielsweise kann am Flughafen durch die Zollbeamten konfisziert werden, denn Lebensmittel aus anderen Ländern müssen, damit sie nach Deutschland gebracht werden dürfen, bestimmte hygienerechtliche Anforderungen erfüllen. Sie müssen im Grunde genauso sicher sein wie in Deutschland produzierte Lebensmittel. Bei der Einfuhr muss also ein Tierarzt bei der Grenzkontrolle die zum Produkt gehörigen Dokumente überprüfen und das Produkt genau untersuchen. Diese Kontrolle muss durch die einführende Person einen Tag vorher angemeldet sein, damit ein Grenzveterinär vor Ort ist. Nur, wenn das Produkt den deutschen Lebensmittelstandards entspricht, darf die Einfuhr erfolgen. Sonst wird das Produkt einbehalten und vom Zoll fachgerecht entsorgt.

Stolperstein 3: Geschützte Tierarten und ihre Erzeugnisse

Schmuck, Kleidung, Bilder und andere Dekorationen gehören zu den beliebtesten Souvenirs überhaupt. Fast jeder kauft in seinem Urlaub ein paar Kleinigkeiten, um sich immer an die schöne Zeit erinnern zu können. Hier sollten Touristen jedoch mit Vorsicht genießen. Denn es gibt weltweit zahlreiche geschützte Tierarten, die nicht nach Deutschland eingeführt werden dürfen. Das gilt sowohl für die lebenden Tiere als auch für tote Tiere und verarbeitete Produkte, die Bestandteile dieser Tiere enthalten. Die bekanntesten Produkte, die bei der Einfuhr Probleme bereiten, sind:

• Schmuck aus Elfenbein
• Pelzmäntel aus exotischen Fellen
• Nashornprodukte
• Produkte aus Schlangen- oder Krokodilleder
• Korallen, Muscheln oder Schneckenschalen
• Meeresschildkröten und Produkte aus ihrem Schild
• Jagdtrophäen von Wildkatzen oder anderen geschützten Tieren

Bei der illegalen Einfuhr von geschützten Tierarten drohen den Reisenden schwerwiegende Konsequenzen. So werden die Produkte selbstverständlich durch den Zoll beschlagnahmt. Außerdem droht den Touristen eine Geldstrafe und möglicherweise sogar ein Strafverfahren, je nach Schwere des Vergehens. Es lohnt sich also nicht, geschützte Tierarten illegal nach Deutschland einzuführen.

Es ist allerdings möglich, mit bestimmten Dokumenten geschützte Tierarten legal nach Deutschland einzuführen. Hierzu ist unter anderem ein Zertifikat notwendig, das das Tier und seinen Schutzstatus bescheinigt. Eine Einfuhrgenehmigung ist ebenfalls obligatorisch. Ein kurzer Urlaub von wenigen Wochen reicht allerdings nicht aus, um alle Unterlagen zu beantragen.

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Der Kauf von nachgeahmten Markenprodukten im Ausland ist gefährlich. Es kann im schlimmsten Fall zu einem Strafverfahren kommen

Stolperstein 4: Gefälschte Produkte nach Deutschland einführen

Markenpiraterie ist für den Zoll in den letzten Jahren zu einem großen Problem geworden. Zum einen handelt es sich dabei um billige Waren, die keinen Qualitätsansprüchen standhalten. Obwohl sie natürlich sehr günstig erworben werden, haben die Käufer nicht lange Freude an ihren Produkten. Auf der anderen Seite steht ein erheblicher finanzieller Schaden für die Original-Firmen. Manche Marken haben deshalb Unterlassungsklagen eingereicht. Das bedeutet, dass Produkte, die fälschlicherweise das Logo oder typische Merkmale dieser Firmen enthalten, am Flughafen einbehalten werden.

Alle anderen gefälschten Produkte werden dann einbehalten, wenn der Zoll von einem gewerbsmäßigen Inverkehrbringen ausgeht. Das heißt, dass der Reisende, der die Produkte einführt, diese mit großer Wahrscheinlichkeit weiterverkaufen wird. Eine besonders hohe Anzahl an gefälschten Waren deutet beispielsweise darauf hin. Dann werden die Waren wiederum einbehalten und vernichtet. Zusätzlich kann der Person, die die Waren einführen wollte, ein Strafverfahren drohen. Es gilt also: Auch wenn die nachgeahmten Kleidungsstücke oder Accessoires verlockend günstig sind, sollten Touristen lieber auf echte, originale Souvenirs setzen.

Stolperstein 5: Zu viele Souvenirs kaufen

Wer in ein westliches Industrieland reist, kann dort fast alle technischen und modernen Produkte kaufen, die es auch in Deutschland gibt. USA-Reisende beispielsweise können das neuste iPhone bereits vor dem deutschen Verkaufsstart erwerben. Außerdem sind viele Produkte in Amerika oder Asien wesentlich günstiger als in Deutschland. Allerdings ist es unerlässlich, vor dem Kauf die internationalen Reisefreimengen zu bedenken. Denn wer in ein nicht EU-Land reist, darf nicht unbegrenzt viele Dinge nach Hause mitbringen. Seit dem Jahr 2008 gibt es klare Auflagen, wie hoch der Warenwert von mitgebrachten Produkten sein darf. Sollten die Wertgrenzen der mitgebrachten Souvenirs überschritten sein, ist es sinnvoll, sich bereits im Vorfeld über die fälligen Abgaben zu informieren.

1. Ausschlaggebend dafür, wie hoch die Abgaben sein werden, sind die Art und der Wert der Gegenstände. Der Kaufbeleg gehört also unbedingt ins Reisegepäck!
2. Es gibt einen pauschalisierten Abgabensatz, der angesetzt wird, wenn der Wert der Waren pro Reisendem einen Betrag von 700 Euro nicht übersteigt. Dieser beträgt 17,5 Prozent des Warenwertes.
3. Kommt der pauschalisierte Abgabensatz nicht in Frage, gibt es den Zolltarif. Hier wird jede Abgabenart, die fällig ist, einzeln berechnet. Dazu gehören alle anfallenden Steuern sowie die Zollgebühren. Er ist also individueller als der pauschalisierte Satz.
4. Betragen die Abgaben insgesamt weniger als drei Euro, muss der Reisende sie nicht zahlen. In allen anderen Fällen sind die Abgaben sofort fällig, also direkt am Flughafen. Wenn eine direkte Zahlung nicht möglich ist, gibt es eine Frist von zehn Tagen.

In jedem Fall dürfen Reisende Waren im Wert von über 430 Euro behalten, sofern sie nach Deutschland eingeführt werden dürfen. Lediglich der Preis steigt dank der Abgaben an.


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