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Mit dem Auto in Urlaub: Alles zu Fahrweise, Strafen, Unfall

Zahlreiche Deutsche sind mit dem Pkw in die Ferien gestartet. Aber wissen Sie wirklich alles, was Sie wissen sollten? Das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit um 20 km/h kostet in Italien rund 5x mehr als in Deutschland. Fast die Hälfte aller Auslandsschäden ereignet sich im Sommer. 67 Prozent der Autofahrer, die bereits im Ausland unterwegs waren, verunsichert die Fahrweise der Einheimischen.

Klischees über Autofahrer in anderen Ländern gibt es viele: Italiener sehen rote Ampeln eher als Empfehlung, Franzosen quetschen sich in jede Parklücke und Dänen fahren besonders umsichtig. Ob sie stimmen oder nicht, ist unklar. Zumindest fühlen sich zwei Drittel der deutschen Autofahrer, die schon einmal im Ausland hinterm Steuer saßen, durch die Fahrweise vieler einheimischer Verkehrsteilnehmer verunsichert. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt.

Um Stress zu vermeiden, sollte man sich vorab über die Vorschriften und Verkehrsregeln vor Ort informieren: Welche Tempolimits gelten? Welche Sicherheitsausstattung muss im Auto mitgeführt werden. Sinnvoll ist es zudem, eine sogenannte "Mallorca-Police" abzuschließen, wenn man im Ausland mit einem Mietwagen unterwegs ist. Passiert ein Unfall, kann der Schaden schnell in die Tausende gehen. Die Höhe der Deckungssumme der Mietwagen-Haftpflichtversicherung ist von Land zu Land unterschiedlich. Die Mallorca-Police kann solche Lücken im Haftpflichtschutz schließen. Urlauber sollten vor Abreise prüfen, ob dieser Schutz bereits durch ihre bestehende Kfz-Versicherung in Deutschland abgedeckt ist und welche Länder inbegriffen sind.

Das kosten Verkehrsdelikte im Ausland

Wer in den Urlaub fährt, ist gut beraten, sich im Voraus über die jeweiligen Verkehrsregeln zu informieren. Denn wer diese missachtet, dem drohen mitunter erhebliche Geldbußen. Darauf weist jetzt das Mieterportal erento hin. Besonders zu schnelles Fahren und Trunkenheit am Steuer haben empfindliche Strafen zur Folge. Die höchsten Geldstrafen für zu schnelles Fahren erwarten Verkehrssünder in der Schweiz, Italien, den Niederlanden und in Skandinavien. Während eine Geschwindigkeitsübertretung von 20 km/h in Deutschland mit gerade mal bis zu 35 Euro zu Buche schlägt, werden in Norwegen bereits 420 Euro fällig. In Italien liegt das Bußgeld für ein gleiches Vergehen bei 170 Euro und in den Niederlanden bei 165 Euro.

Das Fahren unter Alkoholeinfluss wird besonders scharf geahndet. Zu beachten sind hierbei die Promillegrenzen, die in Tschechien und Ungarn bei 0,0 liegen, während Norwegen, Schweden und Polen die Grenze bei 0,2 ziehen. Ein Überschreiten der Promillegrenze kann in Großbritannien bis zu 6.500 Euro kosten, in Dänemark und Finnland orientiert sich das Bußgeld am Einkommen.

Nicht unerheblich sind ebenfalls die Geldstrafen für die Missachtung roter Ampeln, die Nutzung des Handys während der Fahrt, unerlaubtes Überholen und das Fahren ohne Sicherheitsgurt. Wer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, wird in Spanien und Dänemark mindestens 200 Euro los. Wer in England über Rot fährt, muss mit einer Strafe von bis zu 1.140 Euro rechnen. Beim Fahren ohne Sicherheitsgurt liegen Deutschland und Polen mit 30 Euro bzw. 25 Euro auf den hinteren Plätzen der Bußgeldliste.

Unfall im Ausland: Wie verhält man sich richtig?

Sommer, Sonne - Ferien: ein unschlagbarer Dreiklang. Wer rechnet jetzt mit einem Unfall? Doch eine aktuelle Auswertung der HUK-COBURG zeigt, Urlaubszeit ist Unfallzeit. 43 Prozent aller Auslandsschäden des vergangenen Jahres ereigneten sich in den Sommermonaten Juli bis September - durchschnittliche Schadenhöhe 3.500 EUR. Im Schadenranking liegt Italien mit 17% knapp vor Österreich mit 16% und Frankreich mit 11% aller Kraftfahrthaftpflicht-Schäden. Aber egal, wohin die Reise geht, am gefährlichsten ist das Ein- und Ausparken. Zweithäufigste Schadenursache sind Auffahrunfälle.

Was ist zu tun, wenn es im Ausland gekracht hat? Die HUK-COBURG rät, vor dem Aussteigen eine Warnweste anzuziehen. In den meisten europäischen Ländern (Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Montenegro, Norwegen, Österreich, Portugal, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn) ist das Tragen mittlerweile Pflicht. Wer ohne erwischt wird, muss zahlen: Wie hoch das Bußgeld ausfällt, ist unterschiedlich: Die Spanne reicht von 14 Euro bis zu 1.400 Euro. In vielen Ländern müssen nicht nur Auto- sondern auch Motorradfahrer mit einer Leuchtweste ausgestattet sein. Ebenso variabel gehen die Staaten mit der Frage um, ob Warnwesten nur für den Fahrer oder für alle Fahrzeuginsassen vorhanden sein müssen. Mit einem Exemplar für jeden ist man immer auf der sicheren Seite. Genauso wichtig wie die Weste ist das Absichern der Unfallstelle mit einem Warndreieck. Liegt die Unfallstelle in einer Kurve oder vor einer Kuppe, muss das Dreieck immer davor aufgestellt werden.

Zudem gibt es Staaten, wie zum Beispiel Polen oder Rumänien, die vorschreiben, jeden Unfall der Polizei zu melden. Um nichts falsch zu machen, ist ein Anruf bei der Polizei also immer richtig. Selbst wenn sie - wie mancherorts üblich - nur große Sach- oder Personenschäden aufnimmt.

Bei Unfall Polizei rufen?

Mit oder ohne Polizei, ein Unfall muss protokolliert werden. Nur wer Ansprüche belegen kann, hat Anspruch auf Entschädigung. Deshalb gehört der europäische Unfallbericht - den man bei seiner Kfz-Versicherung bekommt - ins Handschuhfach. Wer die Fragen nach Personalien, Versicherung und Unfallhergang sorgfältig beantwortet, hat eine solide Basis für die Schadenregulierung gelegt. Namen und Adressen von eventuellen Zeugen sollten ebenso notiert, wie Fotos von der Unfallstelle gemacht werden. Den Europäischen Unfallbericht gibt es für manche Länder zweisprachig. Hat der Unfallgegner gleichfalls einen dabei, kann man sich darauf verlassen, dass die Fragen identisch sind.

Wichtig: In Frankreich oder den Benelux-Staaten kommt dem Europäischen Unfallbericht eine ungleich wichtigere Rolle zu als in Deutschland. Der Unterschreibende erkennt den Inhalt unwiderruflich an. Anmerkungen oder Widersprüche müssen unbedingt unter Punkt 14 festgehalten werden. Bei Widersprüchen oder Sprachschwierigkeiten füllt am besten jeder seinen eigenen Bericht aus und unterzeichnet ihn. Anschließend werden die Kopien ausgetauscht. Nicht allein in diesem Punkt unterscheidet sich die Schadenregulierung der einzelnen Länder. Sobald es im Ausland kracht, gilt in der Regel nationales Recht: So stehen Geschädigten Wertminderung, Anwalts-, Gerichts- oder auch Mietwagenkosten z.B. nicht in allen europäischen Staaten zu. Kfz-Versicherte mit einer Ausland-Schadenschutz-Versicherung müssen darüber nicht nachdenken. Dieses Zusatzmodul zur Kfz-Haftpflichtversicherung garantiert, dass der eigene Versicherer Personen- und Sachschäden so reguliert, als hätte sich der Unfall im Inland ereignet. Statt der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert dann der eigene Versicherer den durch einen Dritten verursachten Schaden.

Reparatur im Urlaub oder zu Hause

Natürlich trübt ein Unfall die Urlaubsfreude, doch muss er den Urlaub nicht komplett verderben. Ist das Auto nicht mehr fahrbereit, gibt es ungeklärte Fragen oder Sprachschwierigkeiten: Ein Schutzbrief, wie ihn die meisten Kfz-Versicherer anbieten, hilft.

Am besten speichert man die Notrufnummer vor Reiseantritt - gleich mit deutscher Vorwahl - auf dem Handy. Hat der Schutzbriefanbieter eine App, gehört auch sie auf das Mobiltelefon. Nach der Kontaktaufnahme kümmert sich der Schutzbriefanbieter um die Pannen- und Unfallorganisation. Entweder wird das Auto vor Ort fahrbereit gemacht oder zur Reparatur in eine Werkstatt abgeschleppt. Auch bei Verständigungsproblemen helfen die Assistance-Mitarbeiter.

Verzögert sich die Reparatur, bietet ein Schutzbrief in der Regel auch Unterstützung bei der Umorganisation des Urlaubs. Die Fahrt kann durchaus für ein paar Tage unterbrochen werden oder man setzt sie mit einem Mietwagen oder per Bahn fort und holt das reparierte Auto später ab. Ob in der Werkstatt beim Reparaturauftrag oder beim Anmieten eines Pkw, eine der üblichen Kreditkarten gehört ins Portemonnaie. Dabei geht es beim Mietwagen nicht um das Bezahlen, sondern um die Hinterlegung der erforderlichen Sicherheitskaution.

Ist der Unfallwagen fahrbereit, steht der Reparatur zu Hause nichts im Weg. Schadenersatzansprüche lassen sich jederzeit von Deutschland aus geltend machen. Alle Versicherer in der EU müssen entweder selbst in jedem anderen EU-Staat regulieren oder dort einen Schadenbeauftragten für die Regulierung haben. Enthält die eigene Kfz-Versicherung nicht das Zusatzmodul Auslandsschaden-Schutzversicherung, hilft zu Hause auch der Zentralruf der Autoversicherer (Tel. 0800-250 260 0; aus dem Ausland: 0049 40 300 330 300) weiter. Mit dem gegnerischen Autokennzeichen lässt sich der Schadenregulierungsbeauftragte finden.

Die Schadenregulierung erfolgt in der Muttersprache des Geschädigten. Hat die gegnerische Versicherung oder ihr Repräsentant drei Monate nichts von sich hören lassen, kann man sich auch an die Entschädigungsstelle der Verkehrsopferhilfe in Berlin wenden.


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