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Städte

Lyon: Seide und Savoir Vivre

Modern, lebendig und stets offen für Neues. So präsentierte sich Lyon bereits vor 2.000 Jahren und daran hat sich bis heute nichts geändert. Heute ist die einstige Hauptstadt der römischen Provinz Gallien ein Ort der Ansammlung wirtschaftlicher, kultureller und intellektueller Reichtümer. 1998 wurde der einzigartige historische Stadtkern von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

In vielen entscheidenden Epochen der Menschheitsgeschichte stand Lyon an vorderster Front: In der Antike wichtige Kolonie der römischen Provinz, im Mittelalter eines der bedeutendsten Handelszentren Europas, in der Renaissance Welthauptstadt des Buchdruckes und erster Bankenplatz der Alten Welt. Bis ins 19. Jahrhundert das europäische Zentrum der Seidenindustrie, im letzten Jahrhundert Dreh- und Angelpunkt internationaler Pharma- und Chemieunternehmen. Heute machen Bio- und Informationstechnologie das moderne Wirtschaftszentrum aus. Aber die prosperierende Metropole ist auch Hochburg kulinarischer Genüsse. Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Sterneköche, nirgendwo mehr Restaurants als am Zusammenfluss von Saône und Rhône.

Viele berühmte Denker hat Lyon hervorgebracht: André Ampère entdeckte hier die Stromstärke, die Brüder Lumière die Fotografie, Antoine de Saint-Exupéry erdachte den kleinen Prinzen, Paul Bocuse die "Nouvelle Cuisine“. Aber eigentlich war es die kostbare Spucke eines Wurmes, die einst den Weltruhm Lyons begründete. Zwar haben die Wenigsten der ehemals 10.000 Seidenwebereien überlebt, das internationale Renommee aber ist geblieben.

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Dazu beigetragen haben die kostbaren Archive der Seidenfabrik Tassinari et Chatel. Dort lagern noch heute die Muster von Stoffen, die einst die Salons und Gemächer der europäischen Adelshäuser schmückten. Bei der Restaurierung europäischer Paläste geht der Blick daher stets nach Lyon. Auch die Schlösser Charlottenburg, Benrath, Brühl und Rastatt wurden mit Hilfe der Lyoneser Werkstatt erneuert.

Bei manchen Mustern wird im Monat nur ein Meter Stoff produziert, entsprechend hoch ist der Preis: Tücher aus Seide, Silber und Gold kosten rund 2.500 Euro pro Meter. Könige, Präsidenten und Scheichs rund um den Erdball sind mit Tassinaris Stoffen eingerichtet und selbst das Weiße Haus in Washington ließ den gelben und blauen Salon mit Lyoneser Seide bestücken.

Auf die Tuchmacher geht auch die schönste Besonderheit Lyons zurück, die "Traboules". Diese engen, überdachten Passagen und Treppen führen als geschlossene Gänge mitten durch Wohnhäuser und Innenhöfe. So konnten die Arbeiter ihre wertvollen Stoffe trockenen Fusses von Haus zu Haus transportieren. Von schweren Türen oft verdeckt, können Besucher noch heute in diesem Labyrinth Hunderte von Metern zurücklegen und den Zauber der Renaissance entdecken.

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