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Mexiko: Die rätselhafte Welt der Maya


© Claudia Zantopp / pixelio

Rot glühend neigt sich die Sonne immer tiefer dem Urwald entgegen, langsam wandert ihr Licht als gezacktes Band auf die Treppe der Pyramide - bis es sich mit dem steinernen Schlangenkopf vereinigt. Pünktlich um 18 Uhr ist die Sonnenschlange geboren - ein Schauspiel, das nur zwei Mal pro Jahr zu erleben ist.

Die Mayas waren geniale Baumeister und herausragende Astronomen. Ein Beispiel für ihr architektonisches Können und ihr mathematisches Wissen ist die Pyramide El Castillo in Chichén Itzá. Sie ist nach dem Lauf der Sonne ausgerichtet: Jede ihrer vier Treppen hat 91 Stufen, alle zusammen 364 Stufen - und eine letzte führt zum Hochaltar. 365 Stufen, das Jahr der Mayas. Zweimal im Jahr - am 21. März und am 21. September - zeichnet die untergehende Sonne exakt um 18 Uhr ein riesiges, gezacktes Band, das zur Schlange wird.

Reisen entlang der Mundo Maya-Route - das heißt Eintauchen in die rätselhafte und eindrucksvolle Welt einer Hochkultur. Ihre Werke sind einzigartig: Die "Menschen aus Mais", wie sie sich selbst nannten, bauten mehr Städte als die alten Ägypter, waren Wissenschaftler und Künstler. Über ein Jahrtausend trotzten sie den schwierigen Bedingungen des Dschungels. Vieles aus dieser geheimnisvollen Zeit bleibt für immer verborgen - die Spanier verbrannten einen Großteil der schriftlichen Aufzeichnungen. Nur die Bauwerke und Pyramiden zeugen von der einstigen Pracht.

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© stock.xchng

Für eine Reise auf den Spuren der Mayas startet man am Besten an der Westküste Mexikos: Von Cancún aus führt die Mundo Maya-Route auf mexikanischem Gebiet in den Südwesten - quer über die Halbinsel Yucatán. Graue Stadt am Meer: Tulum ist die erste Station auf der Route. Auf einem Felsen ragt der auch als Leuchtturm genutzte Tempel in den Himmel. Zu seinen Füssen liegt der ehemalige Maya-Hafen Xel Ha - heute dient er Tauchern und Schnorchlern als Domizil.

Gespür für faszinierende Plätze: 40 Kilometer von Tulum entfernt erhebt sich die höchste Pyramide an einer Lagune: Cobá war im 8. Jahrhundert die wichtigste Stadt - mit rund 55.000 Einwohnern. Die größte Maya-Stadt in Mexiko aber ist Chichén Itzá: Die Pyramide des Kukulkán, die Gruppe der Tausend Säulen und die Opferplattformen sind beeindruckendes Zeugnisse. In den Ruinen der historischen Stadt findet man auch den größten Ballspielplatz. Ein Spiel auf Leben und Tod: Zwei Mannschaften wetteiferten zu Ehren der Götter - und das Verliererteam wurde anschließend geopfert.

Wie Perlen einer Kette reihen sich im südwestlichen Teil der Halbinsel Yucatán die Städte der Blütezeit aneinander: Labná, Sayil, Kabáh und Uxmal. Die Skulpturen und Schmuckelemente der Fassaden zeigen deutlich, warum diese Bauweise als "Maya-Barock" bezeichnet wird. Hochhäuser und Hightech: Im Bundesstaat Campeche findet man in Edzná ein fünfstöckiges Gebäude und ein beeindruckendes Bewässerungssystem. Die faszinierendste Stätte aber ist Palenque. Lange Zeit hielt der Urwald diese rätselhafte Stadt mit ihren Pyramiden versteckt. Erst 1952 wurde hier das erste Grab eines Herrschers gefunden. Heute erheben sich die grauen Ruinen inmitten grüner Wiesen und dichter Bäume.

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