Suche
Absenden Suche
Seite drucken

Themenreisen

Karneval rund um den Globus


© Rosel Eckstein / pixelio

Ob Karneval, Fastnacht oder Fasching - die fünfte Jahreszeit steht in jedem Fall für Spaß und Ausgelassenheit. Doch gefeiert wird nicht nur in Deutschland, auf der ganzen Welt gibt es die unterschiedlichsten Karnevalsbräuche: Vom klassischen Maskenball bis zum High-Heel-Wettrennen der Männer bleiben für Karnevalisten keine Wünsche offen.

Der Karneval in Venedig beispielsweise hat eine fast 800 Jahre alte Tradition. Zehn Tage vor Aschermittwoch beginnen die Feierlichkeiten mit dem Engelsflug. Punkt zwölf Uhr schwebt der "Angelo" vom Glockenturm auf den Markusplatz, wobei "Angelo" ganz unterschiedliche Formen annehmen kann: Mal kam er als weiße Pappmaschee-Taube, mal als junge Frau im Engelskostüm.
 
Weltweit bekannt sind zudem die phantasievollen Masken und farbenfrohen Kostüme, die auf prunkvollen Maskenbällen zur Schau getragen und ausgezeichnet werden.
 
Heißer Samba am Zuckerhut

Deutlich freizügiger geht es in Rio de Janeiro, Brasilien, zu. Mehrere Sambaschulen stellen ihr Können in Paraden unter Beweis und schwingen die Hüften bei bis zu 40 Grad um die Wette. Punktrichter bewerten jedoch nicht nur den Tanz der bis zu 6.000 Tänzer, sondern auch die rhythmische Genauigkeit der Trommler und die künstlerische Umsetzung des gewählten Themas. Eine beeindruckende Siegesfeier mit Feuerwerk schließt den Karneval ab.
 
Tradition und Lebensfreude in der Karibik

Der Karneval in Barranquilla, Kolumbien, gehört zu den größten Veranstaltungen weltweit und wird jährlich von über einer Million Menschen besucht. 2003 nahm die UNESCO das Fest sogar in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit auf.
 
Vier Tage lang ist die Stadt erfüllt von Musik, Tanz und bunten Kostümen. Geschmückte Wagen und traditionelle Tanzgruppen lassen die Zuschauer eindrucksvoll das Temperament der Karibik spüren. Ein Höhepunkt ist die Blumenschlacht am Karnevalssamstag, bei der die Karnevalskönigin mit ihrem Gefolge dem Volk Blumen zuwirft.
 
Karneval auf dem längsten Fußballfeld der Welt

Wer es sportlicher mag, ist in Ashbourne, England, bestens aufgehoben. Traditionell wird an jedem Faschingsdienstag und Aschermittwoch auf einem fünf Kilometer langen Fußballfeld gekickt. Dementsprechend besteht eine Mannschaft auch nicht aus elf, sondern aus mehreren Hundert Spielern und das Spiel dauert rund acht Stunden. Regeln gibt es bei dem Mega-Match nur wenige. Den Ball mit motorisierten Gegenständen zu bewegen oder gar zu verstecken, ist zum Beispiel aber nicht erlaubt.

Das Spiel wird bereits seit dem 12. Jahrhundert ausgetragen und entstand vermutlich, als bei einer Hinrichtung der Kopf eines Delinquenten in die Zuschauermenge geworfen wurde. Heutzutage wird stattdessen zum Glück ein mit Kork gefüllter und bunt bemalter Ball verwendet.

Die Strafe der hinkenden Teufel

SX_Karneval-DomRep_515105.jpg

© stock.xchng

Begleitet von Salsa- und Merengue-Rhythmen ziehen in Concepción de la Vega, Dominikanische Republik, hinkende Teufel durch die Straßen. Mit Luftballons oder Peitschen strafen sie beim "Carnaval Vegano" symbolisch unbeliebte Personen, wobei natürlich niemand verletzt werden darf. Menschen, die frei von allen Sünden sind, brauchen die Gehörnten angeblich nicht fürchten, denn es heißt, dass reine Seelen keinen Schmerz verspüren.
 
Marathon auf High-Heels

Der wohl verrückteste Karnevalsbrauch ist in Puerto de la Cruz, Teneriffa, vorzufinden. Jährlich wird dort zu Karneval ein Hindernis-Parcours auf Stöckelschuhen ausgerichtet. Das Besondere: Bei den Teilnehmern handelt es sich ausschließlich um Männer, die an diesem Tag in Frauenkleider schlüpfen und versuchen, schnellstmöglich den Hafen der Stadt zu erreichen. Abgebrochene Absätze und auch Stürze sind dabei an der Tagesordnung.
 
Das Ende der Karnevalszeit wird auf Teneriffa (und auch auf anderen kanarischen Inseln) mit der „Beerdigung der Sardine“ gefeiert. Tausende als Mönche, Witwen oder Nonnen verkleidete Karnevalisten tragen in einem Trauermarsch eine übergroße Pappsardine zu Grabe und beerdigen damit symbolisch den Karneval, der erst im folgenden Jahr zurückkehrt.

Die neuen geheimen Party-Metropolen Europas



Alle Angaben ohne Gewähr