Suche
Absenden Suche
Seite drucken

Regionen

Mythos St. Moritz

Gewaltige Berge umschließen das rund 60 Kilometer lange Hochtal südlich der Graubündner Alpen. Das Klima ist kalt, trocken und überaus sonnig. Gut und gerne 320 Sonnentage genießt diese Region - und Italien ist nur einen Katzensprung entfernt. Kein Wunder, dass sich hier die High Society die Skistöcke in die Hand gibt: Die Rede ist von St. Moritz.

St. Moritz liegt im Kreis Oberengadin, im Bezirk Maloja des Schweizer Kantons Graubünden. Die politische Gemeinde ist einer, wenn nicht der berühmteste Wintersport- und Kurort der Alpen. Wer nun eine große Stadt erwartet, irrt: Gerade mal 5000 Einwohner zählt St. Moritz - doch das tut dem kosmopolitischen Flair des Ortes keinen Abbruch, denn hier geben sich Prominenz, Adel und Jetset die Klinke in die Hand.

Sportsgeist und weiße Pracht

Im 19. Jahrhundert schon war der kleine Alpenort dank seiner Sportanlagen ein beliebtes Ziel für Prominente. Kein Wunder also, dass hier 1889 das erste Golfturnier der Alpen ausgerichtet wurde. 1928 wurden hier die zweiten Olympischen Winterspiele ausgetragen. Und auch die alpinen Skiweltmeisterschaften fanden 2003 zum dritten Mal in St. Moritz statt.

Stelldichein des Adels

SWI_St-Moritz01.jpg

Doch nicht nur Sportfans lieben St. Moritz. Es ist nicht nur die malerische Landschaft und der Sportsgeist, der St. Moritz seit Jahren zum Treffpunkt der Schönen und vor allem Reichen macht. Die Tradition der Exklusivität geht mehr als ein Jahrhundert zurück.

Ebenso zog es den europäischen Hochadel Anfang des 19. Jahrhunderts häufig nach St. Moritz. Die Habsburger wussten genau wie die Hohenzollern das lauschige Bergdorf bereits damals als Erholungs- und Freizeitziel zu schätzen. In den Zwanziger Jahren bekam der Adel Gesellschaft in Form der Hollywood High Society: Charlie Chaplin, Alfred Hitchcock und Greta Garbo reisten regelmäßig nach St. Moritz. Aber auch Intellektuelle wie Thomas Mann oder Industriemogule wie Henry Ford entspannten hier gern.

Promi-Treff mit Tradition

Nach dem 2. Weltkrieg waren die Kennedys regelmäßig in St. Moritz anzutreffen. Ebenso legendär sind die Partys von Playboy Gunter Sachs in den 60er Jahren - gerne auch in Begleitung seiner damaligen Frau Brigitte Bardot. Ebenfalls wurden der Schah von Persien und seine Frau Soraya oft in St. Moritz gesichtet. Auch heute kann man hier Stars und Sternchen treffen. Brad Pitt und Robbie Williams sind nur einige von vielen Stars, die regelmäßig die Edelboutiquen, Gourmetrestaurants und Luxusherbergen von St. Moritz besuchen.

Ein Palast für die Haute-Volée

Kulm-Hotel02.jpg

Eine zentrale Rolle für den Aufstieg St. Moritz' als Hochburg des internationalem Luxustourismus und glamouröser Partys spielte zweifelsohne die Hoteliersfamilie Badrutt. Die Familiengeschichte beginnt im Jahre 1856. Damals übernahm Johannes Badrutt in St. Moritz die Zwölf-Betten-Pension Faller und baute sie zum Hotel Engadiner Kulm (dem heutigen Kulm Hotel) aus. Johannes Badrutt kaufte eine schlichte, kleine Pension in St. Moritz und baute sie um zum Hotel Engadiner. Dieses Hotel steht bis heute und trägt den Namen Hotel Kulm - es ist das internationale Luxushotel schlechthin in St. Moritz. Zwischen 1883 und 1892 kaufte Caspar Badrutt, Sohn von Johannes Badrutt, das in 1872 von C. Rungger gebaute St. Moritzer Hotel Beau Rivage und ließ es 1892 von den renommierten Schweizer Architekten Chiodera und Tschudi zum Palace Hotel umbauen. Die Engländer kamen infolge einer mit Johannes Badrutt abgeschlossenen Wette als erste Wintergäste nach St. Moritz. Mit dem Bau von Curling-Bahnen und der ersten künstlichen Schlittenbahn der Welt "erfand" er sozusagen den alpinen Wintertourismus. Am 29. Juli wurde offiziell das Palace Hotel eröffnet.

Bleibt da noch Zeit zum Skifahren?

SWI_St-Moritz03.jpg

Die kleinen Straßen in St. Moritz Dorf sind mit Warnschildern versehen: Achtung! Skifahrer! Nicht dass ein Promi noch über den Haufen gefahren wird. Denn bei all dem Glanz, der St. Moritz umgibt, vergisst man all zu schnell, dass es sich bei dem High Society Treffpunkt in erster Linie um einen Wintersportort handelt. 350 km präparierte Pisten und 180 km Langlauf-Loipen stehen den Skifahrern zur Verfügung. Die Pisten um St. Moritz werden dem Ruf gerecht, zu den schönsten Skipisten der Welt zu gehören. Es macht also Sinn für die Stars, ihren Winterurlaub hier zu verbringen. Nirgendwo genießt man die weiße Pracht edler, als in St. Moritz. Umso absurder also, dass nicht einmal die Hälfte der Gäste, die das Schneeparadies in den Alpen zur Hauptsaison besuchen, überhaupt Ski fahren…



Alle Angaben ohne Gewähr