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Thailand: Der Pflaumenhain des Königs

Ein Zentrum sucht man in Bangkok vergebens. Aus gutem Grund, denn ganz Bangkok ist Mittelpunkt. Hier schlägt das Herz Thailands, hier residiert der König, hier sitzt die Regierung. Wahrsager tummeln sich neben Geschäftsleuten, Straßenhändler postieren sich vor mondänen Boutiquen. Fast hat man den Eindruck, als ob ganz Thailand sich versammeln würde.

Der Name der Stadt könnte nicht irreführender sein. Denn Bangkok bedeutet schlichtweg "Pflaumenhain", weil an dieser Stelle ursprünglich ein kleines, von wilden Pflaumenbäumen umringtes Dorf stand. Das ist gerade einmal rund 200 Jahre her. Heute steht an dieser Stelle ein 1.600 Quadratkilometer große Metropole, in der zehn Prozent aller Thais leben. Die Stadt zu Fuß erkunden zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Bangkok ist einfach zu groß, zu schnell verirren sich Touristen in dem Wirrwarr aus Alt- und Neubauten. Dementsprechend groß ist das Angebot an Verkehrsmitteln. Besucher können den Bus nehmen, ein Taxi, ein Motorrad. Oder man schnappt sich ein Tuk Tuk, eine motorisierte Mischung aus Dreirad, Kleinbus und Mofa, die bunt bemalt an jeder Ecke zu finden ist.

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Erkundungen per Boot sind kaum noch möglich. Dabei war Bangkok einmal als "Venedig des Ostens" bekannt – der gesamte Verkehr spielte sich auf dem großen Chao-Phraya-Fluss und seinen Kanälen, den Klongs, ab. Die meisten Wasserstraßen existieren nicht mehr, wurden zugeschüttet. Nur noch wenige Stadtteile sind ausschließlich mit dem Boot zu durchqueren. Nichtsdestotrotz: Der Chao-Phraya-Fluss wird immer noch stark genutzt. Ohne Mühe lässt sich ein Schiffchen mieten, das Touristen zu Bangkoks Attraktionen bringt. Der Bootsführer sollte dabei unbedingt am Thien Pier halten. Denn hier liegt Wat Pho, eine der ältesten und größten Tempelanlagen Bangkoks. Attraktion: Der liegende Buddha. Die Statue ist 46 Meter lang und 15 Meter hoch. Angeblich zeigt sie den Religionsstifter in der Haltung, die er kurz vor seinem Tod einnahm. Sie ist ganz und gar mit Gold überzogen, seine Fußsohlen sind mit Perlmutteinlegearbeiten geschmückt. Auf 108 Zeichen ist hier zu lesen, woran man einen Buddha erkennt.

Jeden Morgen vollzieht sich in Bangkok das gleiche Ritual. Im Morgengrauen verlassen die rund 100.000 Mönche der Stadt ihre Klöster, um Almosen zu sammeln. Nur in Wat Bejamabophit, im Marmortempel, ist das anders. Hier warten die Mönche auf die Gläubigen. Der Tempel selbst ist ein sehr eleganter Bau, ein Prachtstück aus weißem Marmor und goldenen Ornamenten. Zwischen dem Tempel und den Wohnhäusern der Mönche fließt ein Kanal, in dem viele Schildkröten leben. In Thailand wirft man keine Münze ins Wasser, um sich etwas zu wünschen – man lässt Tiere frei.

Den schönsten Ausblick über die Stadt hat man vom Phuo Khao Thong, dem Goldenen Berg. Mit seinen 76 Metern ist er eher ein Hügel, jeder Wolkenkratzer in der Stadt ist höher. Doch die duftenden Bäume und alten Bauten verbreiten eine unvergleichlich beruhigende Atmosphäre. Doch vor der Ruhe steht der Schweiß: Bis zur obersten Terrasse sind 300 Stufen bewältigen – besonders zur Mittaghitze eine Herausforderung. Aber eine, die lohnt.

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