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Europäische Reisetrends 2010

Vor allem in Deutschland und Großbritannien, zwei der größten touristischen Quellmärkte Europas, stabilisiert sich die Urlaubsnachfrage für die kommende Sommersaison 2010. Die größten Zuwächse verzeichnen die Türkei und Ägypten. Europaweit im Trend liegen derzeit auch Kreuzfahrten.

Dies ergab das GfK Tourismus-Vertriebspanel. Nach anderthalb Jahren mit mehrheitlich rückläufigen Buchungszahlen zeichnen sich Erholungstendenzen in der touristischen Nachfrage ab. In Deutschland steigen die Reisebuchungen für die Sommersaison 2010 seit zwei Monaten an und haben per Buchungsstand Ende Januar 2010 ihr Vorjahresniveau erreicht. In Großbritannien hat der positive Wachstumstrend bereits früher eingesetzt, so dass die Buchungsumsätze für den aktuellen Sommer kumuliert nun bei rund 3 Prozent im Plus stehen. In Italien und den Niederlanden sind die sommerlichen Reisebuchungen zwar weiterhin rückläufig im Vergleich zum Vorjahr, jedoch mit abnehmender Tendenz.

Familien buchen zurückhaltender

Die Urlaubsplanung bei Familien verläuft zurückhaltender als allein Reisende: Ihre Vorausbuchungen für die Sommersaison 2010 liegen in Großbritannien (plus 1,7 Prozent) und in Deutschland (minus 2,0 Prozent) jeweils noch deutlich unter dem Marktdurchschnitt.

Gewinner der Sommersaison 2010: Türkei

Das Urlaubsland Türkei gewinnt in der Gunst der Urlauber. Gemessen am Marktanteil basierend auf dem Umsatz ist die Türkei bei den Briten, Deutschen und Niederländern zweitstärkste Feriendestination nach Spanien gefolgt von Griechenland. Doch während Spanien und Griechenland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch Einbußen verzeichnen, zeigt sich die Türkei in den betrachteten Quellmärkten durchgehend wachstumsstark. Die größten Zuwächse bei den Urlaubsbuchungen für die Türkei werden in Großbritannien verzeichnet. Bei russischen Urlaubern beträgt der Marktanteil der Türkei herausragende 36 Prozent und ist damit das meistgebuchte Reiseland. Italiener und Franzosen verreisen im Sommer hingegen bevorzugt im eigenen Land.

Ägypten kann seine Position als eines der beliebtesten Urlaubsziele in den Top 10-Destinationen im Sommer 2010 ebenfalls ausbauen. Das Land gewinnt vor allem in England, Deutschland und den Niederlanden Urlauber und Marktanteile hinzu. Bei russischen und italienischen Urlaubern ist Ägypten das zweitwichtigste Urlaubsland. Unter den jeweils zehn bedeutendsten Urlaubsländern in den einzelnen touristischen Quellmärkten wächst außerdem Italien bei den Briten überdurchschnittlich sowie bei den Niederländern die USA und die niederländischen Antillen.

Wachstumsmarkt Kreuzfahrten

Die Reisebüros profitieren derzeit von einem sich sehr gut entwickelnden Kreuzfahrtenmarkt. In Deutschland sind die Wachstumsraten am größten, der Marktanteil der Kreuzfahrten im Geschäft der Reisebüros ist jedoch noch verhältnismäßig gering. In Großbritannien ist die Bedeutung von Kreuzfahrten fast doppelt so hoch und in Italien liegt ihr Marktanteil sogar bei rund 17 Prozent. Auch in den Niederlanden entwickeln sich Kreuzfahrten überdurchschnittlich gut, ihr Umsatzanteil liegt jedoch noch unter der 1-Prozent-Marke.

Last Minute im Trend

Das durch die Wirtschaftskrise bedingt, nimmt der Anteil der Kurzfristbuchungen bis zu einem Monat vor Abreise in Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und den Niederlanden zu. In Deutschland zum Beispiel verzeichneten kurzfristige Buchungen in der vergangenen Sommersaison ein Wachstum von 9 Prozent, während das gesamte Sommervolumen knapp 3 Prozent unter der Vorjahressaison abschloss.

Im Ländervergleich gehören die deutschen Urlauber jedoch zu den beständigsten Frühbuchern; nur ein kleiner Anteil von 7,4 Prozent entfällt auf echte Last-Minute-Bucher, bei denen zwischen Buchung und Abreise nicht mehr als zwei Wochen liegen. Auch die Briten buchen früh: Bis Ende Januar sind rund 50 Prozent des Sommervolumens generiert. Der russische Urlauber ist im europäischen Vergleich deutlich kurzentschlossener: Nirgends wird so viel Volumen "last minute" gebucht wie in Russland, aber auch die Italiener buchen ihren Urlaub tendenziell spät.

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