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Reiseimpfungen

Impfen - aber richtig: Die wichtigsten Impfungen für Ihren Urlaub


© Andreas Morlok / pixelio

Sich vor dem Urlaub gegen bestimmte Krankheitserreger impfen zu lassen, ist ein Muss bei jeder Reise ins Ausland. So selbstverständlich das Impfen vor Fernreisen ist, so leichtfertig fahren viele Reisende ins europäische Ausland, ohne zuvor an eine Impfung zu denken. Dabei sollte auch hier vorgesorgt werden. smavel.com verrät, welche Impfungen für welches Land auf der To-Do-Liste stehen.

Immer mehr Reisende zieht es in die Ferne. Urlaub im weit entfernten Ausland, wie zum Beispiel den Tropen, Asien oder Afrika liegt im Trend. Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, sich vorab detailliert über die nötigen Impfungen zu informieren, die für eine derartige Fernreise notwendig sind. Viele der in Deutschland vorgeschriebenen Impfungen, wie beispielsweise Tetanus, Diphtherie und Polio, sind für jede Reise ins Ausland ratsam. Doch es gibt weitere Erkrankungen, vor denen man sich durch eine Impfung schützen sollte.

Hier die wichtigsten Reise-Impfungen in der Übersicht:

Hepatitis-A Vorsicht Mücken: Gelbfieber Zeckenschutzimpfung Typhus
Hepatitis-B Japanische Enzephalitis Tollwut Cholera

Hepatitis-A

Zweifelsohne die wichtige Impfung bei jeglicher Reise ins Ausland ist die Impfung gegen Hepatitis-A. Zwar heilt eine durch Hepatitis-A hervorgerufene Lebererkrankung in der Regel vollständig aus, dennoch sollte man das Risiko, das von der Infektionskrankheit ausgeht, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Immerhin geht eine Infektion mit zwei bis drei Wochen Krankheitsdauer einher, und manchmal muss der Patient sogar stationär behandelt werden. Zudem ist das Infektionsrisiko bei Hepatitis-A sehr hoch, denn das Virus wird über Wasser und Lebensmittel durch Kontaktinfektion oder Schmierinfektion übertragen. So können sich die Krankheitserreger auf Gemüse oder auch auf Meeresfrüchten (zum Beispiel Muscheln) befinden. Die einmalige Hepatitis A-Impfung sollte etwa 14 Tage vor Reisebeginn erfolgen, wobei die Impfung auch kurz vor der Reise noch möglich ist.

Hepatitis-B

Noch wichtiger als die Hepatitis-A Impfung ist die Impfung gegen Hepatitis-B. Das Hepatitis-B Virus wird durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten übertragen, wodurch die Ansteckung häufig durch Sexualkontakt erfolgt. Hepatitis-B ist eine wesentlich schwerwiegendere Variante der Leber-Infektion als die Hepatitis-A. Ein Teil der Infizierten hat für den Rest seines Lebens mit einer chronischen Leberentzündung zu kämpfen, die wiederum eine Leberzirrhose oder Leberkrebs nach sich ziehen kann. Die Impfungen gegen Hepatitis A und B sind Pflicht - immer und egal wohin die Reise geht.

Vorsicht Mücken: Gelbfieber

Für Länder wie Kenia, Tansania, Ghana, die Elfenbeinküste oder Ruanda, muss vor Reiseantritt die Impfung gegen Gelbfieber und Malaria erfolgen. Beide Krankheiten werden durch Mückenstiche übertragen. Die Behandlungsmethoden gegen Gelbfieber sind schlecht. Zwar verlaufen die meisten Fälle mild, 20 Prozent aller erkrankten Personen sterben jedoch an der Krankheit. Die Infektion äußert sich, je nach Stärke, durch Fieber und starke Grippesymptome. Die Gelbfieber-Impfung wird nur in den von Gesundheitsbehören autorisierten Gelbfieber-Impfstellen verabreicht. Der Impfstoff sollte mindestens 10 Tage vor Einreise in ein Endemiegebiet verabreicht werden.

Malaria

Nicht minder ernst zu nehmen ist die Erkrankung durch Malaria. Auch für Aufenthalte in sehr südlichen Regionen der Vereinigten Staaten ist die Malaria-Prophylaxe sinnvoll. Eine Impfung existiert leider in diesem Fall nicht, jedoch eine medikamentöse Prophylaxe, die vor Besuch des Risikolandes begonnen und während des Aufenthalts weitergeführt wird. Auch nach der Heimkehr sollte die Medikation noch fortgeführt werden. Weltweit sterben jährlich drei Millionen Menschen an Malaria. Die Prophylaxe ist in der Regel sehr effektiv - 100-prozentigen Schutz bietet sie jedoch leider nicht.

Japanische Enzephalitis

In Ost- und Südostasien wird auch die Japanische Enzephalitis (Gehirnentzündung) durch Mückenstiche übertrage. Die durch Viren ausgelöste Tropenerkrankung gehört zu den am meisten unterschätzen Krankheiten überhaupt: 1,4 Millionen Deutsche reisen in die Risikogebiete, in denen es zu einer Infektion mit der japanischen Enzephalitis kommen kann, doch weniger als 1% von ihnen sind geimpft. Die Grundimmunisierung für den in Deutschland zugelassenen Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis besteht aus zwei Impfungen im Abstand von 28 Tagen. Die letzte der beiden Impfungen sollte spätestens eine Woche vor dem Antritt der Reise erfolgen. 

Bei all diesen Erkrankungen ist neben der Impfung der Schutz vor Mücken das A und O. Mückenschutzmittel in Form von Sprays und Lotionen hilft, Mücken abzuwehren. Zusätzlich ist lange Kleidung hilfreich. Nachts sollte in verschlossenen Räumen geschlafen sowie ein Moskitonetz undurchlässig über dem Bett drapiert werden. Eine Imprägnierung des Netzes aus Insektenabwehrmittel bietet zusätzlichen Schutz.

Zeckenschutzimpfung

Auch bei Reisen nach Österreich, in die Schweiz, nach Osteuropa, Schweden oder auch Süddeutschland sollte für ausreichenden Impfschutz Sorge getragen werden. Vor allem eine Zeckenschutzimpfung ist hier ratsam, denn die Insekten können Hirnhautentzündung übertragen. Die Grundimmunisierung erfolgt durch drei Spritzen, die alle drei Jahre aufgefrischt werden sollten.

Tollwut

Die seit Jahrtausenden bekannte Virusinfektion löst bei Tieren und Menschen eine akute, fast immer tödliche Enzephalitis (Gehirnentzündung) aus. Wer seine Ferien in Indien, China, Südostasien, Afrika und Südamerika verbringt, sollte darauf achten, gegen Tollwut geimpft zu sein. Aber auch für Aufenthalte in Ost- und Südosteuropa sowie Amerika ist die Tollwutimpfung sinnvoll - vor allem dann, wenn man längere Zeit in ländlicheren Regionen unterwegs ist und dort verstärkt mit Tieren in Berührung kommen könnte. Die Schutzimpfung besteht aus drei Impfungen, die an den Tagen 0, 7 und 21 (oder 28) verabreicht wird.

Typhus

Typhus ist eine weltweit verbreitete, lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Salmonellen-Bakterien ausgelöst wird. Die Krankheit verläuft mit stufenförmigem Fieberanstieg, Bauchschmerzen, Darmverstopfung und überdurchschnittlich schwachem Pulsschlag. Sie ist auf kein bestimmtes Land beschränkt. Die Infektion kann überall auf der Welt erfolgen. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht jedoch in Afrika, Südostasien, Latein- und Südamerika. Rucksack- und Trekkingtouristen in Risikogebieten, also Regionen, die von Typhus-Endemien heimgesucht worden sind oder in denen es jüngst Typhusfälle gegeben hat, sind besonders gefährdet. Die Impfung selbst ist eine Schluckimpfung und daher sehr unkompliziert durchzuführen. Die Impfung sollte mindestens zehn Tage vor Reisebeginn abgeschlossen sein.

Cholera

Cholera ist eine schwere Darmerkrankung, die durch Bakterien hervorgerufen wird und zum Tod führen kann. Die Cholera-Erreger befinden sich vor allem in Fäkalien sowie in Fluss- und Meerwasser. Entsprechend können auch Fische und andere Nahrungsmittel aus Flüssen und dem Meer verunreinigt sein und die Krankheit übertragen. In Entwicklungsländern wie Afrika, Asien und Südamerika kommt es immer wieder zu Cholera-Epidemien. Die Schluckimpfung sollte mindestens eine Woche vor Reisebeginn durchgeführt werden.

Faustregeln für Impfungen

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© wolterfoto

Wenn einer eine Reise tut, dann sollte er sich impfen lassen. Doch viele Reisende unterschätzen nach wie vor die Gefahr, die von Krankheiten in fremden Ländern ausgeht. Aber auch wer innerhalb der EU verreist, sollte vorher einen genauen Blick in seinen Impfpass werfen. Und das am besten nicht erst wenige Tage vor der Abreise: Um einen angemessenen Schutz zu gewährleisten, muss die Impfung in der Regel vier  bis sechs Wochen vor Reiseantritt durchgeführt werden. Informieren Sie sich also am besten frühzeitig, welche Impfungen für welches Land wichtig sind. Wer sicher sein will, optimal geschützt zu sein, sollte sein Reiseland online beim Zentrum für Reisemedizin (CMR) nachschlagen. Dort werden alle relevanten Impfungen übersichtlich aufgelistet.

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