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Online Reisen buchen

Fernwww online - Reisen buchen im Internet

Die Reisebuchung im Internet hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren. Das Angebot an Hotels, Flügen oder Mietwagen ist dementsprechend groß. Wer den Begriff „Reise“ googelt, erhält mehr als 115 Millionen Treffer im World Wide Web. Eine Studie des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) bestätigt, dass sich die Reiseplanung per Internet zunehmend größerer Beliebtheit erfreut. Allein im Jahr 2007 buchten über 12 Mio. Deutsche ihre Reise online. Die Zahl der Internet-Reisebucher stieg damit von 4% im Jahr 2001 auf beachtliche 19% im Jahr 2007 an. Etwa ein Drittel der Deutschen gibt zudem an, sich vor der Urlaubsbuchung in  Internet-Portalen über Reiseanbieter, Zielgebiete und Preise zu informieren.

Der folgende Artikel beleuchtet wichtige Aspekte der Online-Reisebuchung auch im Vergleich zum traditionellen Vertrieb. Erfahren Sie außerdem, wie Sie im Angebots-Dschungel zwischen Reiseveranstaltern und -vermittlern unterscheiden und mit diesem Wissen bares Geld sparen können.
Zudem informieren wir Sie darüber, auf welche Form der Beratung Sie im Internet zurückgreifen können, was einen seriösen Anbieter auszeichnet, wann die Online-Bezahlung wirklich sicher ist und welche neuen Möglichkeiten es zur Zahlung ohne Kreditkarte gibt.

1. Beratungswüste Online-Reisen?

Anders als bei einem Besuch im Reisebüro ist bei der Online-Reisebuchung kein persönlicher Ansprechpartner verfügbar. Das kann Vorteile haben, denn wer sich erst einmal unverbindlich über Reiseziele oder bestimmte Urlaubsformen informieren möchte, ist im Internet an der richtigen Adresse. Hier kann man rund um die Uhr in zahlreichen Reise-Portalen nach Urlaubszielen und -Angeboten stöbern. Im Gegensatz zu einem persönlichen Beratungsgespräch kommt im Internet kaum das Gefühl zur Buchungsverpflichtung auf.

Dieser Vorteil der Anonymität kann sich aber auch als Nachteil durch die fehlende individuelle Beratung erweisen. Zudem mag es manchem an Individualität fehlen, da die persönliche Meinung eines Reisebüro-Mitarbeiters fehlt. Des Weiteren besteht bei einer Buchung ohne Beratung die Gefahr, versteckte Kosten zu übersehen und beispielsweise nicht benötigte Versicherungen abzuschließen, die unbemerkt im Angebot enthalten sind. Hiergegen hilft jedoch, sich die Angebotsleistungen gründlich durchzulesen, um mögliche Kostenfallen zu vermeiden. Grundsätzliche Informationen zum Reiseablauf und zu den im Preis enthaltenen Leistungen sowie eventuellen Zusatzkosten sollten in jedem Fall bereits auf der Homepage angegeben sein.

Beratung auch im Netz

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Zu einer Buchung ganz ohne Beratung muss es jedoch auch im Internet nicht kommen. Auch wenn man beim Suchen in Online-Reiseportalen keinem persönlichen Ansprechpartner gegenübersitzt, gibt es dennoch verschiedene Möglichkeiten, Informationen und Hilfen zum Reiseangebot für Ihren Urlaub zu bekommen. Die meisten Internet-Reiseanbieter verfügen über eine eigene Beratungs-Hotline. Vor dem Anruf sollte jedoch ein Blick auf die Gesprächskosten geworfen werden, da das Preisspektrum von kostenlosen Hotlines über Telefonauskünfte zum Ortstarif bis hin zu teuren 0900er Nummern (mit Kosten von bis zu drei Euro pro Minute) reicht. Zunehmend mehr Reiseportale bieten zudem die Möglichkeit eines kostenfreien Rückrufs, für den der Beratungssuchende seine Telefonnummer und die gewünschte Rückrufzeit beim Anbieter eintragen kann.
Die Qualität der Beratung kann jedoch abhängig von der Qualifizierung des Hotline-Personals sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig entnimmt der Auskunft Gebende am Telefon seine Informationen denselben Websites, die auch dem Laien im Internet zur Verfügung stehen. Daher ist es hilfreich, sich zuerst einmal über die Qualität des Reiseanbieters zu informieren. Hinweise darauf können Mitgliedschaften sein, wie beispielsweise die Zugehörigkeit zum „Deutschen Tourismusverband (DTV)“, „Deutschen Reiseverband (DRV)“ oder Auszeichnungen, wie z. B. das „TÜV-Qualitätssiegel“. Neben den Hotlines zur Beratung besteht bei vielen Reiseanbietern auch die Möglichkeit, per Email Fragen zu stellen oder Probleme anzusprechen. Nur wenige Anbieter sind bisher über einen Live-Chat oder per Internettelefonie (Skype) erreichbar.

2. Billiger buchen im Internet?

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Ein weiterer, häufig genannter Grund für eine Reisebuchung im Internet ist die Hoffnung auf einen niedrigeren Preis als im Reisebüro. Ob eine online gebuchte Reise jedoch tatsächlich billiger ist, hängt in erster Linie vom eigenen Buchungsverhalten ab. 
 
Weit verbreitet ist die Annahme, dass bei einer Online-Buchung grundsätzlich keine Provisionsgebühr anfällt. Das trifft jedoch nur in bestimmten Fällen zu. Um zu klären, welche Fälle das sind, ist die Unterscheidung zwischen Reiseveranstaltern und Reisevermittlern unvermeidbar, jedoch nicht immer ganz eindeutig, da es keine klaren Abgrenzungskriterien gibt.

Unterschiede zwischen Reiseveranstaltern und Reisevermittlern

Die Begriffe „Reisevermittler“ und „Reiseveranstalter“ dienen in erster Linie der juristischen und finanztechnischen Unterscheidung. Wer mindestens zwei Einzelleistungen, wie z. B. Flug und Unterkunft, zu einem Gesamtpreis zusammengefasst anbietet, gilt laut Gesetz als Reiseveranstalter. Diese Definition ist jedoch leider nicht immer so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick erscheint, denn auch das Anbieten von Einzelleistungen kann juristisch gesehen als Veranstaltertätigkeit gewertet werden. Ein Beispiel dafür ist das Anbieten von Ferienhäusern.
Ein weiteres Merkmal eines Veranstalters ist, dass er zwar Reisebausteine aus dem eigenen Bestand anbietet, jedoch keine Leistungen anderer Reiseveranstalter verkauft. Wer direkt bei solch einem Veranstalter bucht, muss tatsächlich keine Provision zahlen.

Reisebausteine vom Vermittler

Was zeichnet im Gegensatz dazu einen Reisevermittler aus? Vermittler bieten Reisen oder Reisebausteine (z.B. Hotels) unterschiedlicher Veranstalter an, wie es aus dem Reisebüro bekannt ist. Reisevermittler im World Wide Web sind Online-Reiseportale (wie z. B. „weg.de“ oder „opodo“) und die Internet-Reisebüros. Bei der Buchung über einen Vermittler wird eine Provisionsgebühr erhoben. Allerdings kann es hierbei den Fall geben, dass ein marktbeherrschender Vermittler die Konditionen beim Veranstalter so stark beeinflussen kann, dass die Provisionen wieder wettgemacht werden. Ein Vergleich lohnt sich also immer.
Die Unterscheidung zwischen Veranstalter und Vermittler ist übrigens nicht nur bei der Online-Buchung relevant, sondern auch ein „reales“ Reisebüro  kann sowohl nur vermitteln oder auch der Veranstalter sein.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Vermittler und Veranstalter jedoch auch in Hinblick auf den Vertragsabschluss. Der Reisevermittler gibt zwar Reisen an den Kunden weiter, der Vertrag kommt jedoch immer mit dem dahinter stehenden Veranstalter zustande.
Der Vorteil einer Buchung direkt beim Veranstalter besteht aus diesem Grund darin, dass bei Problemen vor oder während der Reise die rechtliche Zuständigkeit eindeutig und ein konkreter Ansprechpartner vorhanden ist. Bei der Buchung über einen Vermittler kann im Schadensfall die Zuständigkeit unklar sein, falls z. B. die Angebote mehrerer Veranstalter kombiniert wurden.

Reisen selbst zusammenstellen und sparen

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Zu einer günstigen Online-Reisebuchung kann nicht nur die Einsparung von Provisionsgebühren beim Veranstalter beitragen. Besonders viel sparen kann auch derjenige, der im Internet eigenständig Reisen aus separaten Angeboten verschiedener Veranstalter kombiniert. Der Fachbegriff hierfür lautet „Dynamic Packaging“. Bezeichnet werden damit Reisen, die individuell aus einzelnen „Bausteinen“ zusammengesetzt werden. Der Reisewillige übernimmt damit praktisch selbst die Funktion eines Vermittlers, der passende Reisebausteine zusammenstellt.
Als Baustein kann z.B. die Buchung eines Hotels bezeichnet werden. Dieser Baustein kann beispielsweise mit der Buchung eines Ausflugspakets über einen anderen Veranstalter kombiniert werden. Wie weit die individuelle Zusammenstellung vor dem Reiseantritt geht, ist ganz dem Buchenden überlassen. Wer gerne im Voraus plant, kann schon Wochen vor der Reise die Sportkurse, den Mietwagen oder Tickets für Events am Urlaubsort mitbuchen.
Ein Nachteil bei der Bausteinbuchung ist, dass sich mancher Einsteiger durch die große Auswahl und die vielen Kombinations-Möglichkeiten schnell überfordert sehen dürfte. 
Zudem bestehen kaum rechtliche Ansprüche beim Baukasten-Prinzip, falls vor Ort beim Urlaub etwas schief läuft, und noch komplizierter wird die rechtliche Absicherung bei der Einbindung ausländischer Anbieter.

3. Buchung und Bezahlung online - aber sicher!

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Manch einer schreckt vor der Reisebuchung im Internet zurück, weil er Sicherheitsrisiken bei der Online-Bezahlung befürchtet. Buchung und Bezahlung werden jedoch zunehmend einfacher und sicherer. Zudem können durch grundlegende Kenntnisse zur risikoarmen   Datenübermittlung und zur rechtlichen Absicherung diese Klippen sicher umschifft werden.

Ablauf der Buchung

Vor der Reisebuchung sollte zuerst der Blick in das Impressum stehen. Ein seriöser Anbieter führt dort neben dem Firmennamen auch seine Adresse, Telefonnummer, Emailadresse, Handelsregisternummer und im Idealfall zusätzlich einen Ansprechpartner auf. Zudem muss der Kunde Einsicht in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie im Falle einer Buchung auch in die Vertragsbedingungen, haben. Wenn diese Angaben einen seriösen Eindruck machen, kann der eigentliche Buchungsvorgang beginnen.

Am Anfang der Buchung steht das Eingeben der Daten in das Vertragsformular. Hierbei sollte man sich nach dem Ausfüllen unbedingt noch einmal vergewissern, ob alle Angaben korrekt eingetragen wurden. Anschließend sollte der Reisevertrag sorgsam durchgelesen werden, um versteckte Kosten oder widerrechtliche Klauseln ausschließen zu können, bevor das Formular schließlich abgeschickt wird. Wenn das Formular abgesendet wurde, sollte bei einem seriösen Anbieter eine sofortige Buchungsbestätigung per Email erfolgen, denn ohne sie ist der Vertag nicht rechtsgültig. Falls dieser Beleg nicht eintrifft, muss der Anbieter kontaktiert werden. Zuletzt sollen alle verfügbaren Reiseunterlagen ausgedruckt und mit einem Datum versehen werden.

Eine wichtige rechtliche Absicherung im Anschluss an die Buchung ist der so genannte Reisesicherungsschein, bis zu dessen Ausstellung durch den Reiseanbieter höchstens eine Anzahlung vorgenommen werden sollte.

Was ist ein Sicherungsschein?

Der Sicherungsschein ist eine Garantie dafür, dass im Falle der Insolvenz des Reiseveranstalters die geleisteten Zahlungen erstattet und gegebenenfalls Rückflugkosten übernommen werden. Das Dokument ist demnach ein Nachweis für die gültige Absicherung des Reiseveranstalters bei einer Bank oder Versicherung. Sobald der Vertrag für eine Reise abgeschlossen ist, hat der Kunde rechtlichen Anspruch auf diese Insolvenzabsicherung durch den Reiseveranstalter. 
Zu beachten ist jedoch, dass der Schein zwar die Absicherung des Veranstalters bestätigt, im Falle der Insolvenz eines Reisevermittlers hat er hingegen keine Gültigkeit.

Für das Aussehen und die Erscheinungsform des Sicherungsscheins gibt es keine Normen.
Entweder wird er vor der Reise mit der Buchungsbestätigung per Post zugeschickt oder über ein EDV-Reservierungssystem ausgedruckt. Beim Eintreffen per Post kann der Schein als gesondertes Papier beiliegen oder auf der Rückseite der Reisebestätigung abgedruckt sein.
In jedem Fall sollte nur ein Originalschein akzeptiert werden, weder Faxe noch Kopien. 
Auch nach Ende der Reise sollte man den Sicherungsschein bei den Reiseunterlagen aufbewahren.

Wer nicht sicher ist, ob der gewünschte Reiseveranstalter über eine Insolvenzversicherung verfügt, kann das unter www.tip.de, Stichwort „Veranstalterregister“, nachprüfen.

 

Der Online-Bezahlungsprozess

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Beim Online-Bezahlprozess muss in erster Linie auf eine sichere Übermittlung der sensiblen Daten wie Kreditkartennummer, Bankdaten und Co. geachtet werden. Hierbei können Sie die wichtigsten Sicherheits-Indizien schnell selbst überprüfen. Zu erkennen ist eine vor der Einsicht durch Dritte geschützte Übermittlung für den Anwender direkt am Symbol eines geschlossenen Vorhänge-Schlosses auf der Buchungs-Seite. Je nach genutztem Browser ist es auf unterschiedlichen Stellen der Website zu finden, beim Firefox und Internet Explorer wird es in der rechten unteren Ecke angezeigt, bei Opera hingegen in der Adresszeile. Zudem ist bei allen Browsern die Adresszeile gelb hinterlegt. Wichtig ist auch, dass dort bei der sicheren Datenübermittlung nicht mehr „http“ sondern „https“ („s“ für „secure“) steht.  
      
Aber nicht nur die sichere Datenübermittlung muss beim Buchen beachtet werden, auch von rechtlicher Seite her sind ein paar Absicherungen zu empfehlen. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Daten des Kunden ausschließlich für die Buchung verwendet werden und weder zu statistischen Zwecken genutzt, noch an Dritte weitergereicht werden. Ein seriöser Reiseanbieter führt die Zusicherung hierzu auf seiner Homepage auf. 

Wie wird bezahlt?

Zur Bezahlung einer Reise aus dem Internet gibt es inzwischen mehrere Möglichkeiten. Während beim Ticketkauf im Internet und anderen Online-Bestellungen eine Bezahlung ohne Kreditkarte meist schon möglich ist, bieten manche Reiseportale noch keine Zahlung per Lastschriftverfahren an. Da vielen Händlern dieses System zu umständlich und zu unsicher ist, setzt sich jedoch zunehmend ein schnelleres und vereinfachtes Verfahren für Online-Überweisungen ohne Kreditkarte durch: die so genannte „Sofortüberweisung“. Die einzige Voraussetzung hierzu ist ein eigenes Online-Bankkonto.
Wie funktioniert nun dieses neue System? Vereinfacht ausgedrückt wird wie beim Online-Überweisungsverfahren von Banken per PIN und TAN die Zahlung sofort angewiesen. Der Käufer gibt einfach seinen Namen und die Bankverbindung in ein Online-Formular ein, danach noch die entsprechende PIN- und TAN-Nummer- schon ist die Zahlung abgeschlossen. Für den Nutzer bestehen die Vorteile der Sofortüberweisung darin, dass sie schneller und unkomplizierter abläuft und keine Kreditkarte benötigt wird. Zudem muss er sich nicht registrieren und braucht kein drittes Konto aufzuladen.



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