Abenteuer- und Erlebnisreisen
Zugegeben: Ein Urlaub am Strand ist ruhig und erholsam- aber dürfen es auf der nächsten Reise stattdessen mehr Action, Erlebnis und Abenteuer sein? Wer den Akten-Dschungel im Büro gegen den tropischen Urwald eintauschen möchte oder statt der Asphaltwüste lieber die Sahara durchqueren will, ist reif für einen Abenteuerurlaub.
Der Auswahl an Erlebnisreisen sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Ob Kamel-Trekking durch die Wüste Sinai, Elefantenreiten in Thailand, Kanutouren auf dem Yukon River in Alaska oder Helikopterflüge im Grand Canyon - fast alle nur vorstellbaren Action-Touren sind möglich.
Bungeesprünge vom Hafenkran in Hamburg und Hundeschlittentouren in Rostock- nicht nur für den spontanen Wochenendausflug sind Erlebnistrips ohne lange Anfahrt eine Alternative zur Fernreise. Warum schließlich immer in die Ferne schweifen, wenn das Abenteuer schon fast vor der Haustür wartet? Den Heimatort aus der einmotorigen Cessna zu betrachten, am Steuer eines 500 PS starken Trucks den Harz zu durchqueren oder in der Kieler Förde mit dem U-Boot abzutauchen sind actionreiche Erlebnisse im eigenen Land.
Je nach Abenteuerlust und Geldbeutel können Erlebnishungrige aus unterschiedlichen Tourangeboten wählen: Von der Maulwurfsjagd an der Sieg bis hin zum Flug ins Universum sind alle Entfernungen und Preisklassen vertreten. Für 50 Mio. US-$ kann sich der Weltraum-Tourist dann auch ganz ungestört bei einem Spacewalk den blauen Planeten von oben anschauen.
Alles außer gewöhnlich: Survival-Camps und Offroad-Touren
Sand in den Schuhen, Schweiß auf der Stirn und die Ungewissheit, wo am Ende eines ereignisreichen Tages das Zelt aufgeschlagen wird: So manches ist auf einer Abenteuer-Reise anders als beim üblichen Pauschalurlaub mit Übernachtung im Hotel und Halbpension. Statt einer gemütlichen Hotelsuite gehört beim Adventure-Trip die Unterbringung in Zeltlagern und Survival-Camps meist zum Programm. Bei Outdoor-Übernachtungen mit Schlafsäcken und Isomatten stehen die Sterne nicht für Luxus sondern allenfalls am Himmel. Auch Nächte in abgelegenen Farmhäusern ohne Strom und Heizung oder in engen Buskojen sind Teil vieler Erlebnisreisen.
Nicht nur die Unterkünfte, auch die Transportmittel sind auf Abenteuer-Touren alles außer gewöhnlich: Im Orient rollt der historische Dampfzug von Istanbul nach Damaskus, Großstadt-Cowboys reiten durch das Monument Valley in Utah und Gipfelstürmer erklimmen die höchsten Vulkane Ecuadors. Begleitete Selbstfahrertouren im angemieteten Expeditionsfahrzeug werden ebenso angeboten wie Mitfahrer-Reisen in Jeeps, Safari-Trucks oder Allrad-Bussen.
Diese Schlichtheit und das „Back-to-Basic-Gefühl“ für manchen Abenteurer jedoch erst den Reiz dieser Reiseart aus. Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner bringt auf den Punkt, was in den Köpfen der Erlebnishungrigen vorgeht: „Für ein Abenteuer braucht es Auf-sich-selbst-Gestelltsein, Ausgesetztsein und Schwierigkeiten. Ohne Gefahr gibt es kein Abenteuer.“ Auch wenn es nicht gleich der Aufstieg auf den Mount Everest sein muss, den „gewissen Kick“ finden viele Abenteurer durch die ursprüngliche Lebensweise in der Natur.
Fit für die Erlebnis-Reise?
Eine große Portion Neugier, Forschergeist und Wagemut sind schon mal die besten Voraussetzungen für eine gelungene Erlebnisreise. Von jungen bis jung gebliebenen Abenteuerlustigen kann jeder Spaß an einer Action-Tour bekommen. Generelle Fitness und Belastbarkeit sind jedoch angebracht, denn viele Reisen führen zu Fuß durch unwegsames Gelände, klirrende Kälte oder heiße Wüstengebiete. Manche Veranstalter ermöglichen allerdings Alternativen, durch die eine Reise-Route weniger anstrengend wird: Im Vorfeld geplant oder spontan geht es per Jeep anstatt zu Fuß zum Gipfel oder der Urlauber wechselt vom Mountainbike- in den Maultier-Sattel.
Bequemlichkeit und Komfort sind auf Erlebnisreisen jedoch eher die Ausnahme. Ohne Strom und fließend Wasser den Spinnen, Schlangen und Insekten in freier Natur ausgesetzt zu sein ist für den Einen das pure Erlebnis, während der Andere den klimatisierten Komfort eines Hotels vermisst.
Wer lieber selbst mit anpackt als sich bedienen zu lassen, ist auf Expeditionen oder Safari-Touren goldrichtig, denn beim Abenteuerurlaub ist Eigeninitiative gefragt. Das Essen wird von den Reisenden gemeinsam auf dem Campingkocher oder über dem Lagerfeuer zubereitet und die Zelte werden zusammen aufgebaut. In multikulturell gemischten Gruppen werden auf englisch oder auch mit Händen und Füßen die Ereignisse des Tages ausgetauscht und am Lagerfeuer gesungen. Mit maximal zehn bis fünfzehn Teilnehmern sind die Abenteurer-Gruppen fast immer relativ klein, wodurch Einblicke in andere Kulturen erleichtert und der Kontakt zu den Mitreisenden intensiviert werden können. Die Reisen werden dabei sowohl für bereits bestehende Gruppen angeboten als auch für einzelne Teilnehmer, die sich einer Reisegruppe anschließen möchten.